NSU Zündapp KS 601

Das 64. Elefantentreffen 2020 in Thurmansbang-Solla steht ganz im Zeichen der Rückbesinnung auf die Wurzeln dieses legendären Treffens.

Vom 31. Januar bis 2. Februar 2020 finden sich wieder tausende Motorradfahrer auf den Wiesen des Stockcar-Clubs Solla ein, um zusammen zu feiern und eine unbeschwerte Zeit zu genießen. 64 Jahre Elefantentreffen, das ist schon einen kleinen Rückblick wert.

Lassen wir einen Mann der ersten Stunde zu Wort kommen. Arno Keuser ist Gründungsmitglied des BVDM und ein Freund von „Klacks" Ernst Leverkus (verstorben am 19.Mai 1998 in Althütte, Motorradjournalist, ehemaliger Vorsitzender des BVDM und Urheber des Elefantentreffens):


Redaktion: Arno, was fällt Dir spontan zum Thema Elefantentreffen ein?


Arno Keuser, 87 Jahre alt, BVDM-Veteran und Ehrenmitglied

„Eine gute Sache. Durch das Elefantentreffen ist der Zusammenhalt unter den Motorradfahrern besser geworden. Vor allem ist es mittlerweile international. Gott sei Dank. Die Leute, die früher nicht zu uns kamen, die kommen jetzt alle.
Das erste Treffen war 1956… Das fand an der Solitude statt. Mit einer Handvoll Motorradfahrern. Der „Klacks“ hatte die Idee.

Er wollte sehen, welcher Hasardeur noch im Winter Motorrad fährt. Weil er dachte, dass das nicht ganz ungefährlich ist, hat er Gespanne eingeladen. Und weil er selber eine Zündapp fuhr, hat er das (Treffen Red.) auf die KS 601 beschränkt. Das Motorrad wurde der „Grüne Elefant genannt“, weil es meist eine grüne Farbe hatte. So kam es zum Namen „Elefantentreffen“.
Aber schon im Jahr 1958 wurden auch Motorradfahrer anderer Marken zugelassen. Die hatten sich nämlich beschwert, dass sie nicht bedacht wurden.“

„Klacks“ Leverkus kann sich leider nicht mehr aktuell äußern. Aber ein Zitat aus einem von ihm verfassten Schriftstück „Das Elefantentreffen damals“ ist heute aktueller denn je:

„Es (das Elefantentreffen, Red.) war immer wieder ein Erlebnis. Diesmal waren es etwa 900 Maschinen, und 900mal gab es ähnliche Begrüßungen. Auf Englisch, in Französisch, in skandinavischen Sprachen und in allen deutschen Dialekten. Und 900mal laute, stille, amüsante oder dezente Herzlichkeit. Aber immer echt. In Bonn schrieb eine Bundestagsabgeordnete, die dies als Zuschauerin erlebte: „- am Nürburgring lernte ich, dass es keine Probleme unter Völkern zu geben braucht –!“

Besser kann man den Mythos „Elefantentreffen“ nicht beschreiben.

Vom Nürburgring zum Salzburgring…

Das Elefantentreffen nahm eine rasante Entwicklung.  1960 trafen sich auf dem Feldberg 900 Teilnehmer auf 500 Gespannen. 1961 ließ die Teilnehmerzahl von 1000 Personen nur noch eine andere Örtlichkeit zu, den Nürburgring.

Michael Tubes erinnert sich an das Elefantentreffen auf dem Nürburgring. Er war als Kind dort und hat ganz spezielle Eindrücke mitgebracht:


Michael Tubes, Foto Michael Tubes

„Ende der 60er Jahre war ich mit meinen Eltern, die damals den Sanitätsdienst am Nürburgring organisiert haben, mehrmals beim Elefantentreffen. Außer an die nicht einfache, schneereiche Anfahrt mit dem Krankenwagen erinnere ich mich noch gut an einen Geschicklichkeitsparcours, bei dem Jugendliche ohne Führerschein Ihre erste Erfahrung mit Gespannen im Schnee sammeln konnten. Ich war etwa 5 Jahre alt und durfte (mit Unterstützung) meine ersten Meter „selber" fahren. Übernachtet haben wir im Sanitätsraum des heute „historischen" Fahrerlagers, in dem auch ein echter Elefant als Werbung für eine bekannte Reifenmarke untergebracht war. Da meine Eltern mit den kleineren Verletzungen der Teilnehmer beschäftigt waren, war ich mit gestrickter Schirmmütze und Teddybär ausgestattet, meist mit „Onkel" Uli aus Wuppertal unterwegs, zu dem ich bis heute noch gelegentlichen Kontakt habe. Auch zu den Türmen im Start und Zielbereich mit „Rennleitung" und Streckensprecher Karl-Julius hatte ich Zugang. Mit Ihm und anderen Aktiven aus dieser Zeit habe ich dann 13 Jahre später meine ersten eigenen Touren an den Nürburgring gemacht. Da war das Elefantentreffen am Ring schon lange Vergangenheit."


Elefantentreffen 1972 Nürburgring, Foto Günter Wuttke

Günter Wuttke hat das Treffen auf dem Nürburgring nicht nur als Motorradfahrer erlebt:


Günter Wuttke, Elefantentreffen Bayerischer Wald 2016, Foto Horst Orlowski

„Damals gehörten zum BVDM Landesverbände. Der größte Landesverband und der einzige, der heute noch diesen Namen trägt, war der Landesverband Rhein-Ruhr. Damals hatte der Verband etwa 1000 Mitglieder. Bis 1976 wurde das Elefantentreffen auf dem Nürburgring durch diesen LV Rhein-Ruhr – natürlich mit Unterstützung vieler BVDM-Clubs - organisiert. Horst Briel (Journalist, Buchautor) war als Vorsitzender des BVDM verantwortlich.

Auf der Jahreshauptversammlung des BVDM 1976, damals etwa 2500 Mitglieder, lästerte der mächtige Landesverband Rhein-Ruhr, wer denn außer ihnen das Elefantentreffen organisieren wolle.

Daraufhin haben Horst Orlowski (damals Geschäftsführer BVDM und heute Ehrenvorsitzender) und ich uns zusammengesetzt und gesagt: „Das können wir auch." Ich war 1977 Schatzmeister des BVDM. So haben Horst und ich das Elefantentreffen 1977 auf dem Nürburgring organisiert.

Wir hatten mehr als 50.000 Teilnehmer. Damals nicht alles Motorradfahrer. Das war ein großes Problem. Es kam zu massiven Ausschreitungen, die bei den vielen Folgetreffen später durch organisatorische Maßnahmen erfolgreich unterbunden werden konnten.“

Genau bis 1977 blieb der Ring der Ort des Geschehens, bis das Elefantentreffen auf Grund ständig steigender Zuschauerzahlen und den damit verbundenen Auswüchsen von Großveranstaltungen dieser Art die grüne Hölle verlassen musste und zum Salzburgring umzog.

Der BVDM hatte also längst, via LV Rhein-Ruhr, seit 1961 die Organisation der Elefanten übernommen und zeigte sich auch für den Wechsel nach Österreich verantwortlich.

Der Umzug zum Salzburgring verlief nicht ganz reibungslos. Eine zunächst erteilte Genehmigung für das Treffen wurde eine Woche vor dem Veranstaltungstermin – nachdem bereits Werbung in der Fachpresse geschaltet war – zurückgezogen. Es kam, wie es kommen musste. Es fanden sich natürlich einige Motorradfahrer ein, die von weitsichtig angereisten Vorstandsmitgliedern des BVDM betreut wurden. Das „kleine Treffen“ fand vor den Toren des verschlossenen Salzburgrings statt und war, so Günter Wuttke, eines der gemütlichsten und schönsten überhaupt.

Die positiven Erfahrungen hier führten dann 1978 doch zur endgültigen Genehmigung durch die österreichischen Behörden.


1978, Treffen vor den Toren des verschlossenen Salzburgrings, Foto: Günter Wuttke


1982, Salzburgring Elefantentreffen, Bild: Günter Wuttke, Archiv

Gerd Michael Kirschke, seinerzeit Helfer beim Elefantentreffen in Salzburg, erinnert sich:


Gerd Michael Kirschke, jetzt Referent KOOP-Mitglieder und Vereine im BVDM

„Ich war vier oder fünf Jahre als Helfer für das Elefantentreffen auf dem Salzburgring und habe dort einen Infobus bedient. Das war so ein altes Teil mit ein paar Sesseln für Besucher. Der war immer sehr gut frequentiert. Ich musste zu allen möglichen Fragen Rede und Antwort stehen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Überhaupt war mir der Einsatz für die Besucher wichtig."



Ein nostalgischer Sticker erinnert an das erste Treffen auf dem Salzburgring 1978

Der BVDM wird in Thurmansbang-Solla fündig...

Auch auf dem Salzburgring war mit 10.000 Teilnehmern irgendwann die Kapazitätsgrenze erreicht.

Auf der Suche nach einem schneesicheren Zuhause wurde der BVDM 1989 im bayerischen Wald in Thurmansbang -Solla fündig.

Seither lockt das Treffen alljährlich tausende von Motorradpuristen an, die bei Schnee, Regen und Wind mit Motorrad und Zelt zu den Wiesen rund um die Rennbahn des Stock-Car-Clubs Solla kommen, um dort eine Gemeinschaft der ganz besonderen Art zu erleben. Das bayerische Sibirien sorgt in der Regel für eiskalte Temperaturen und viel Schnee, so etwas wie das Salz in der Suppe der Elefanten, die mittlerweile alles andere als grün sind.


Zelten im Schnee, Bild 2019 Thurmansbang-Solla, Bild BVDM

Was treibt Menschen dazu...

Was treibt Menschen dazu, sich bei eiskalten und widrigen Bedingungen auf das Motorrad zu setzen, hunderte und bisweilen tausende von Kilometern nach Thurmansbang-Solla zu fahren, sich dann bei Schnee und Matsch in ihr Zelt zu kauern und dort tagelang zu bleiben. Ist es der Reiz des Besonderen? Ist es der Reiz des Außergewöhnlichen? Vielleicht auch der der Gefahr? Ist es der besondere Zusammenhalt in der Not all derer, die sich da zusammenfinden und bei widrigen Bedingungen aushalten? Ist es der Freundschaftsdienst … oder von allem etwas?

Arno Keuser hat recht. Das Elefantentreffen führt die Menschen zu mehr Nähe und Zusammenhalt. Und das nationenübergreifend und ganz ohne Ideologien. Wenn eine Veranstaltung zeigt, dass unterschiedliche Charaktere und Nationalitäten bei gemeinsamen Zielen an einem Strang ziehen können und sich dabei in tiefer Freundschaft ohne viele Worte friedfertig verstehen, dann ist es das Elefantentreffen.

Arno Keuser:

„Ich erinnere mich an ein Treffen auf dem Nürburgring, an dem auch ein Franzose teilgenommen hatte.

Der sprach kein Wort Deutsch. Das war aber auch gar nicht nötig. Wir haben uns alle gefreut, dass er da war. Wir waren eine Gemeinschaft und haben uns auch so verstanden.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nichts bleibt so ganz verborgen. Bei dem Arno Keuser nicht bekannten Franzosen könnte es sich um den Motorrad-journalisten Robert Sexé gehandelt haben. Welch schöne Anekdote.

Zurück für die Zukunft:

Der erfolgreiche Kurswechsel für das Elefantentreffen

Back to the roots – for future

Das „Sieben – Punkte – Programm“, das die Ursprünglichkeit erhält…

Damit das so bleibt, Auswüchsen vorgebeugt werden kann und keine Festzelt- oder Voyeur-Mentalität aufkommt, gibt es seit 2015 - und damit auch 2020 - ein Sieben-Punkte-Programm, das das Elefantentreffen in seinem Ursprung erhält und an dem sich alle Teilnehmer orientieren müssen. Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und geht den Teilnehmern zu. Nichts verstanden zählt also nicht. Es gibt nun einmal kein friedliches Zusammenleben ohne Regeln, das gilt auch für die große
Familie der Motorradfahrer:

  • Anreise und Teilnahme nur für Motorräder auf zwei oder drei Rädern. Trikes auf Basis eines Motorrades zählen dazu. Der Autoparkplatz in Solla ist nur noch für Besucher mit Pkw aus der Umgebung vorgesehen. Lkw, Lieferwagen und Autos mit Anhänger von Teilnehmern sind nicht erwünscht!
  • Zwei- und Dreiräder müssen auch auf dem Veranstaltungsgelände strassenzugelassen und versichert sein. Nicht zugelassene Fahrzeuge werden nicht geduldet. Sie werden an Ort und Stelle stillgelegt und erst nach der Veranstaltung gegen Zahlung einer Aufwandserstattung herausgegeben.
  • Auf der Zufahrtsstraße ab Solla gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und Helmpflicht, im Veranstaltungsgelände ist maximal Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Bei Missachtung kann das Fahrzeug ebenfalls an Ort und Stelle stillgelegt werden und wird dann erst nach der Veranstaltung herausgegeben.
  • Bereits ab dem Wochenende vor der Veranstaltung, spätestens ab Freitag ist das Gelände mit Bauzaun abgesperrt. Die Zufahrt ist nur für Motorräder auf zwei oder drei Rädern möglich. Lkw, Lieferwagen und Autos können nicht im Verlauf der Zufahrtsstraßen entladen werden. Es wird entlang der Zufahrtsstraßen ein absolutes Halteverbot eingerichtet. In den Ortslagen Solla, Loh und Köhlberg gilt ebenfalls ein Parkverbot. Missachtungen werden rund um die Uhr polizeilich geahndet.
  • Bis zum Freitag eine Woche vor der Veranstaltung aufgestellte Großzelte werden nicht geduldet und sind umgehend abzubauen. Bei Nichterfolg werden sie kostenpflichtig entfernt und erst nach der Veranstaltung gegen Zahlung einer Aufwandserstattung herausgegeben. Ein frühzeitiges bloßes Absperren/Trassieren von Zeltplätzen ist nicht gestattet. Eine erfolgte Absperrung ohne die Errichtung eines Zeltes darf vom Veranstalter oder von anderen Teilnehmern entfernt werden.
  • Für das Betreten oder Befahren des Geländes wird ab Freitag eine Woche vor der Veranstaltung eine Vorverkaufsgebühr in Höhe von 30,- € erhoben.
  • Feuerwerkskörper, Karbidkanonen, Sirenen und Ähnliches sind verboten und werden beim Betreten des Geländes abgenommen. Der Gebrauch von illegal eingeschmuggelten Krachmachern während der Veranstaltung wird mit sofortigem Platzverweis geahndet.


Wolfgang Schmitz, Referent Elefantentreffen, Schatzmeister BVDM

„Wir haben dieses7-Punkte-Programm geschaffen, damit sich alle auch in Zukunft am Elefantentreffen erfreuen können, und zwar ohne Auswüchse. Ich bitte alle Teilnehmer dringend und im Interesse unserer gemeinsamen Ziele, sich daran zu halten. Nur so können wir dieses einmalige Ereignis auch für die Zukunft erhalten. Unsere Kraft liegt in der Ursprünglichkeit, im friedlichen und verantwortungsbewussten Miteinander."

Auch Umweltschutz wird groß geschrieben...

Umweltschutz wird für den BVDM als Veranstalter nicht erst heute großgeschrieben. Er galt beim Elefantentreffen schon, als er noch nicht in aller Munde war. Wer seinen Müll mitbringt, kann ihn auch artgerecht entsorgen oder wieder mit nach Hause nehmen. Zusammenhalt und Freundschaft zeigt sich auch in diesen Selbstverständlichkeiten. Dass das nicht immer so klappt, wie es im Idealfall aussehen soll, liegt bei derartigen Großveranstaltungen auf der Hand. Jedes Jahr ein Stück besser werden, ist auch hier das Ziel des Veranstalters.


Das „Wikingerlager" im Hexenkessel von Loh, Bild BVDM 2019

Es hat etwas von der Aura verwegener Wikinger…

Das Elefantentreffen ist Kult und Tradition. Es ist exotisch, urtümlich und besonders. Es hat etwas von der Aura verwegener Wikinger, die nicht mit dem Schiff, aber mit dem Motorrad in Bayern anlanden. So verstehen sich auch die Angebote an gemeinsamen Aktionen wie Tauziehen oder Holzsägen. Dass die Wikinger auch Schneeskulpturen gebaut haben, ist zwar nicht überliefert, aber zumindest denkbar. Preise gibt es auch für die weiteste Anreise, den größten angereisten Motorradclub, den ältesten und jüngsten Teilnehmer und den schönsten Eigenbau – am Motorrad, nicht am Zelt.

Die Spiele fördern das, was das Elefantentreffen ausmacht, in Gemeinsamkeit friedlich eine besondere Zeit miteinander zu verbringen.

Das Treffen vor dem Treffen – die Vorhut

Etwa eine Woche vor dem Treffen reisen bereits Motorradfahrer aus Bayern zum Veranstaltungsort an, um dort ungestört von dem offiziellen Beginn des Elefantentreffens ihre Zelte aufzuschlagen und zu feiern. 30 Euro kostet der vorzeitige Einlass. Bändchen sorgen dafür, dass man als Berechtigter ein- und ausfahren kann. Ein eigens engagierter Wachschutz überwacht den geregelten Ablauf und sorgt ganz nebenbei dafür, dass keine Sperrgüter mit auf das Gelände gebracht werden. Man kann auch ohne importierte Couch ordentlich seinen Platz finden. Wenn die eigentliche Veranstaltung beginnt, ist die Vorhut wieder weg. Genau so still und friedlich, wie sie gekommen ist.

Gerd Michael Kirschke:
„Das ist ein ruhiges und beschauliches Treffen. Obwohl über 1000 Motorradfahrer aus der Region kommen."

 

Dass das Treffen entweder Ende Januar oder aber Anfang Februar stattfindet, soll die „Schuld" von Horst Orlowski (langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des BVDM) sein, der das Treffen seit Jahrzehnten verantwortlich begleitet. Dazu hat er eine amüsante Geschichte und räumt gleichzeitig mit einem hartnäckigen Gerücht auf:


Horst Orlowski, Ehrenvorsitzender BVDM, Foto Günter Wuttke

„Es gibt das Gerücht, ich würde den Zeitpunkt des Elefantentreffens nach den Sternbildern und der Mondphase auswählen. Beides stimmt nicht. Als wir im Jahr 1989 mit dem Elefantentreffen in den Bayerischen Wald umgezogen sind, haben wir die Einheimischen nach dem zuverlässigsten Winterwetter im Jahr gefragt. Sie waren sich einig, dass es um Ende Januar und Anfang Februar am häufigsten „wachelt" (Bayerisch für Schneegestöber, Red.).

Dann fliegt der Schnee vom eisigen böhmischen Wind getrieben waagerecht über das Land. Wir haben den Rat befolgt und es war überwiegend richtig.

Wenn der Karneval in diese Zeit fällt, nehmen wir Rücksicht, damit - wer will – auf beiden Hochzeiten tanzen kann."

Ein Treffen wie das Elefantentreffen verlangt nach einer besonderen Vorbereitung und Organisation...


Ein Teil der vielen Helfer des BVDM, Bild 2019 Thurmansbang-Solla, Foto: BVDM

Ein Treffen wie das Elefantentreffen verlangt nach einer besonderen Vorbereitung und Organisation. Personal, Logistik und Administration sind Aufgabenbereiche, die oft als selbstverständlich hingenommen und wenig erwähnt werden.

Als Referent für das Elefantentreffen hat sich Wolfgang Schmitz mit Horst Orlowski, Horst-Werner Sassenhagen und Uwe Marcus bereits vor dem eigentlichen Treffen Ende September auf den Weg nach Thurmansbang-Solla gemacht, um wichtige Gespräche vor Ort zu führen:

Wolfgang Schmitz:
„Es sind viele Fäden, um diese Wintergroßveranstaltung zu einem tragfähigen Netz zu verknüpfen. Das wird an Hand unseres „Fahrplanes" für das Vortreffen in Thurmansbang-Solla deutlich. Die Unterbringung der Helfer ist zu regeln. Sie werden auch im nächsten Jahr in den Geiselstein, einen stillgelegten Gasthof in Solla, einziehen. Dem Bürgermeister der Gemeinde Thurmansbang, Martin Behringer, haben wir einen Besuch abgestattet und uns dabei auch um das Genehmigungsverfahren gekümmert.
Die Besitzer des Geländes, auf dem das Elefantentreffen stattfindet, waren nicht zu vergessen, genauso wenig wie der Chef des Stock-Car-Clubs Solla. Schließlich sollten Wasser- Strom- und Datenleitungen neu verlegt werden.


Wolfgang Schmitz, Referent Elefantentreffen, Bild: BVDM

Dann gab es da noch den Schneeräumer, den Elektriker, den Holz-Verkaufspartner und den Leiter des Wachschutzes, der uns mit seinem Personal unterstützt und die Vorverkaufsgebühren kassiert. Das alles war in drei Tagen zu bewältigen.
Nach einem abschließenden Essen bei gutem bayerischem Bier ließen wir die letzten drei Tage Revue passieren: Es gab keine losen Fäden mehr. Das Netz für das 64. Elefantentreffen ist tragfähig.
Wir werden wieder mit vielen Helfern Gewehr bei Fuß stehen, um unseren Gästen alles das zu bieten, was sie von uns erwarten: Freundschaft, Spaß und ein friedliches und entspanntes Treffen unter Gleichgesinnten.

Dabei tragen die vielen Helfer vor Ort eine besondere Verantwortung. Wer zu solch einem Event einlädt, steht auch in der Pflicht. Das Elefantentreffen kann ohne den Einsatz vieler, unermüdlicher Helfer nicht bewältigt werden. Ihnen gebührt ein besonderer Dank. Sie sind die, die oft vergessen werden, weil sie im Hintergrund unermüdlich tätig sind. Sie sind die, die alle als selbstverständlich wahrnehmen. Aber sie sind auch die, ohne die nichts geht. Die immer freundlich mit anpacken.

Topografische Karte von Loh
Topografische Karte mit Elefantentreffen

Gegenüber vom Geiselstein ist eine Wanderkarte für die Touristen aufgehängt, Horst-Werner Sassenhagen hat darauf eine Überraschung entdeckt: Auf der neuen amtlichen topographischen Karte, Blatt 186/11 von der Bayerischen Vermessungsverwaltung ist neben Köhlberg, Loh und dem Wackelstein das „Elefantentreffen" fest verortet. Zumindest scheint das so. Leider ist dem Vermessungsamt dieser Umstand selber unbekannt. Aber das kann sich ja ändern...

Die Technik ist ein wesentlicher Faktor

Die Technik ist ein wesentlicher Faktor für einen reibungslosen Ablauf. Horst Werner Sassenhagen ist hier verantwortlich.


Horst Werner Sassenhagen

Horst Werner Sassenhagen: „Wir schaffen die Rahmenbedingungen. Die Helfer erfüllen den Aufbau und auch die Veranstaltung mit Leben. Viele sind schon lange Jahre beim Elefantentreffen tätig und wissen, was sie machen müssen, ob es um Wasser, Stromleitungen, Scheinwerfer oder die Telefonverbindung geht. Ich bereite nur die technischen Grundlagen für die Helfer vor."

Ein Einsatz ohne Einsatzplanung, das geht nicht...

Damit auch alle an einem Strang ziehen, zeigt sich Uwe Marcus für die Einsatzplanung verantwortlich. Dazu gehören auch Aufgaben, die gar nicht so wahrgenommen werden, aber sehr wichtig sind, damit auch alle Besucher des Elefantentreffens entspannt die Tage im Schnee genießen können.

Ein Beispiel gefällig? Wer denkt im Schnee schon an Feuerversicherungen? Spätestens dann, wenn ein Lagerfeuer außer Kontrolle gerät, ist so etwas existenziell.

Darüber hinaus ermittelt Uwe an Hand eines Dienstplanes den Bedarf an Helfern. Dass hier viele Hände benötigt werden, kann man sich leicht vorstellen. Ein Helferaufruf im Dezember vor dem Treffen sorgt dafür, dass eine ausreichende Personaldecke vorhanden ist.


Uwe Marcus, Bild: Günter Wuttke
 
Uwe Marcus: „Es sind immer viele Helfer nötig, damit die Arbeit und der Spaß an der Veranstaltung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen."

Das Elefantentreffen ist für Uwe keine punktuelle, organisatorische Aufgabe, sondern weit mehr:

„Im Juni beginnen die administrativen Aufgaben für das nächste Mal. Genehmigungen, Anfragen, Versicherungen, Feuerwehren, Rotes Kreuz und Gottesdienst sind einige der Themen, die dann auf der Agenda stehen. Intensiver wird die Arbeit mit dem Herbstbesuch des gesamten Teams im Bayerischen Wald.

Ein Thema ist das Elefantentreffen für mich während des ganzen Jahres, mal mehr, mal weniger. Immer mit Spaß und in einer tollen Gemeinschaft."
 
G.H.-St.

 

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