Lipperose Ori

Wann und wo?

Startpunkt am Samstag, den 11. August 2018 war der Landgasthof W. Heitmeyer, Kühlheide 1, 59329 Wadersloh

Bericht über die Lipperose Ori von Inge

Heute ist mal wieder Tourenzielfahrt für uns angesagt. Wir sind unterwegs von Bielefeld nach Minden zum Portadenkmal und von da aus in Richtung Verden an der Aller, wo sich ein Denkmal für John Lennon befindet. Ich sitze im Beiwagen und nutze die Fahrzeit, um einen Bericht über die gestrige Lipperose Ori zu verfassen.

Weit gereist

Aber fangen wir am Freitagabend an, an dem bereits unsere Freunde Anita und Hans aus dem tiefen Schwarzwald mit ihrem Gespann auf dem Hänger zu uns angereist sind, um am Samstag an der Lipperose-Ori teilzunehmen. Wir freuen uns, dass sie den weiten Weg nicht gescheut haben. Wir lassen den netten gemeinsamen Abend beim Italiener ausklingen und begeben uns nicht allzu spät auf unsere Matratzenhorchposten, da wir ja am nächsten Morgen früh los müssen.

Das Wetter ist heute ideal zum Mopedfahren. Nicht so heiß wie die letzten Wochen, wo bereits diskutiert wurde, ob die Fahrt überhaupt stattfinden sollte. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg zum etwa 50 km entfernten Wadersloh, wo uns 11 weitere Teilnehmer bereits erwarten. Sie sind schon fleißig dabei ihre Strecke auszuarbeiten.

Gut geplant ist halb gewonnen

Bevor ich mich auch ans Werk mache, muss ich zunächst mal nachschauen, was mich eigentlich die ganze Zeit in meinem Schuh drückt. Oh, es ist ein Euro, der sich auf mir unerklärliche Weise in meinen Stiefel verirrt hat. Kann ja nur Glück bringen, denke ich mir. Iris und ich entschließen uns ein Damenteam zu gründen, um die Strecke gemeinsam in Angriff zu nehmen. Die erste Aufgabe besteht aus einer Chinesenrallye. Der zweite Teil ist komplizierter. Eine Pfeilskizze auf einer 50.000er Topo Karte. Die Pfeile sollen auf kürzestem Weg miteinander verbunden werden, wobei es verboten ist, auf Bundesstraßen links einzubiegen oder nach links von ihnen abzubiegen. Diese Sonderregel kommt mir merkwürdig bekannt vor. Die hat sich Jörg doch bestimmt irgendwo abgeguckt. ;-)
Ich male mit dem Textmarker wild in meinem Kartenblatt herum, bis ich am Ende gar nicht mehr weiß, in welcher Reihenfolge ich die ganzen Schlenker fahren soll. Ich verlasse mich drauf, dass man es vor Ort schon sehen wird, was geht. Jörg beantwortet geduldig die vielen Fragen von uns Teilnehmern bis kurz vor dem Start. Ich falte sorgfältig die ganzen Zettel, so daß sie in mein Kartenfach passen. Ein Klebestreifen obendrauf und den Kugelschreiber in Reichweite, so dass man wenig Zeit verliert beim Buchstaben aufschreiben.

Die Letzten werden heute nicht die Ersten sein

Und dann kann's losgehen. Iris und ich fahren die Chinesenrallye in aller Ruhe ab und kommen noch innerhalb der Fahrzeit an der ZK 1 bei Renate an. Wunderbar, das hätten wir schonmal geschafft.
Hier beginnt jetzt die Pfeilskizze, die bei den Profis komplett auf Schnitt gefahren wird. Wir lassen uns vom Schnitt jedoch nicht nervös machen, da uns klar ist, dass wir sowieso zu spät sein werden. Da wir bereits am Start die letzten sind, wird sich das auch wohl bis zum Schluß nicht ändern. Für uns ist es schon eine Herausforderung, die Strecke überhaupt zu finden, deswegen schauen wir auch gar nicht auf die Uhr. Auf den ersten Kilometern haben wir ziemliche Probleme in die Karte reinzufinden, zumal es schon gleich am Anfang eine Kasperade gibt, wo man auf einem kleinen Eck wenden und zurück fahren muss. Aber wir finden immer wieder einen Buchstaben, der uns sagt, dass wir richtig sind. Dann hängt da plötzlich ein „K" an einer Stelle, wo wir eigentlich nicht lang wollten. Wir sind etwas verunsichert, schreiben es aber nicht auf und fahren die Strecke wie geplant weiter. Wie sich später herausstellen sollte, war es auch richtig so. Der Buchstabe galt nur für die Touristen. Wir freuen uns sehr, als wir an der 1. GZK bei Georg ankommen. Wir sind richtig!! Er erwartet uns bereits. Wir sind natürlich die Letzten.

Visier auf - Visier zu

Danach läuft es plötzlich richtig gut. Immer wieder halten wir an und diskutieren über die Strecke - Visier auf, Visier zu. Aber manchmal bleibt es auch offen - leider mit Folgen. Mitten in der schwierigsten Kasperade spüre ich plötzlich einen schmerzhaften Schlag direkt unterhalb meiner Brille. Es tut mehr weh als gewöhnlich. Der Schmerz bleibt und die Stelle schwillt an zu einem kleinen Huckel in meinem Gesicht. Muss wohl eine Wespe gewesen sein. Glücklicherweise bin ich nicht allergisch. Also beiße ich die Zähne zusammen und fahre weiter. Es läuft trotzdem immer noch ganz gut. Sogar die schwierige Kasperade mit den Links-Abbiegeverboten auf die Bundesstraße glauben wir richtig gelöst zu haben, wenn wir auch einige Zeit dafür brauchen. Eine kurze Schotterpassage läßt uns nochmal zweifeln, ob wir denn hier richtig sind. Aber alles prima. Wir sind guter Dinge. Wir sind schon im letzten Viertel der Strecke, als wir Jörg mit der 2. GZK finden.

Ins Gehirn gestochen

Wir fahren noch eine Weile, bis wir uns doch nochmal heftig verfransen. Wir wissen plötzlich nicht mehr, wo wir sind. Also wieder ein ganzes Stück zurück fahren. Jetzt merke ich auch so langsam, dass ich ziemlich fertig bin. Über Stunden nichts getrunken, nichts gegessen, und der schmerzende Stich unter dem Auge. Irgendwie fühle ich mich gerade wie ins Gehirn gestochen. Einige Flüche ausstoßend will ich fast aufgeben, aber da kommt uns doch noch im letzten Moment die Erleuchtung. Ich bin heilfroh, endlich Renates Kuchenkontrolle zu erreichen. Neben leckerem Kuchen hat sie auch einen Kühlakku für mich, den ich mir erstmal auf das Gesicht packe. Dabei bin ich heute schon die zweite, die ihn benötigt. Zuvor hatte Steffi an derselben Stelle im Gesicht einen Zusammenprall mit einer Wespe. Also Leute, macht Euer Visier zu - die Wespen fliegen zurzeit tief.

Ende gut - alles gut

Die restliche Strecke zurück zum Start und Ziel fahren wir gemeinsam mit unseren Männern, die bereits etwas nervös auf uns gewartet hatten. Am Ende waren wir 47 Minuten zu spät, aber sonst alles richtig. Müde und kaputt, aber glücklich, die Strecke geschafft zu haben, genießen wir den gemeinsamen Abend mit schönem Essen und Siegerehrung.

Danke!

Herzlichen Dank an Fahrtleiter Jörg, der uns mit einer wunderschönen Strecke durch das Münsterland geführt hat. Viel Herzblut hat er reingesteckt, denn so viele handgefertigte Schilder hat lange kein Fahrtleiter mehr aufgehängt. Danke auch an Jörgs ganze Familie, die die Kontrollposten gestellt haben - insbesondere Renate, die nicht nur die vielen Schilder ausgeschnitten und gemalt hat, sondern auch wieder mal sehr leckeren Kuchen gebacken hat. Wir kommen gerne nächstes Jahr wieder.

Ergebnisse

Touristenklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Stefan K.   Honda Crosstourer 45,0
2 Christian F.   Honda CBF1000 60,0
3 Stefan W. Steffie W. BMW R1150GS 75,0
4 Michael B.   Triumph Tiger 800 90,0

Profiklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Peter A.   BMW R1200GS 0,6 
2 Hans-Peter F. Claudia F. Yamaha TDM 850 16,0 
3 Jupp B. Petra B. Suzuki Gespann 16,9 
4 Axel M. Sarah M. BMW R1100GS 30,5 
5 Ricardo G.   Moto Guzzi LM 2 31,3 
6 Norbert L. Uschi L. BMW K1200RS Gespann 32,1 
7 Hans K. Anita F. Moto Guzzi 850T3 Gespann 40,4 
8 Inge A.   BMW G650GS 50,3 
8 Iris M.   BMW F650GS 50,3 
10 Reinhard A.   BMW R1200GS 64,8 

 

 

Video "Lipperose Ori 2018"

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Bilder der Lipperose-Ori 2018