Nebel in der Eifel

Wann und wo?

Startpunkt am Samstag, den 15. September 2018 war das Clubgelände des LV-Rhein-Ruhr in der Nähe von Virneburg.

Bericht über die Flugwachenrallye von InA

Von versteckten Sperrschildern und falschen „Baumaffen"

Wie bereits bei allen anderen Oris in diesem Jahr herrscht auch bei der Flugwachenrallye wieder einmal Superwetter. Wir haben eine weite, aber schöne Anreise von Bielefeld durch das Sauerland bis zum Clubgelände des LV Rhein-Ruhr, wo die Rallye alljährlich startet.

Als wir endlich ankommen ist es bereits dunkel und die anderen Teilnehmer sitzen schon in der Grillhütte beim Bierchen. Man legt nochmal Kohle auf, damit wir auch noch unsere mitgebrachten Würstchen grillen können. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben, verbringen wir noch einen netten feucht fröhlichen Abend im Kreise Gleichgesinnter.

Wo ist denn da der Haken an der Sache?

Nach einem ausführlichen gemeinsamen Frühstück trudeln noch einige Tagesgäste ein. Dann kann auch schon die Fahrerbesprechung stattfinden. Was ich nicht gedacht hätte: Wie sich später herausstellen wird, hat es der neue Fahrtleiter Fränki faustdick hinter den Ohren.
Erste Aufgabe ist eine Chinesenrallye ohne Haken und Ösen, die bereits nach ein paar Kilometern von einer Pfeil-Strichskizze unterbrochen wird. Diese scheint zunächst auch relativ einfach zu sein. Wir zeichnen mit unserem Textmarker die zu fahrende Strecke ein. Aber irgendwie muss da noch ein Haken dran sein - das ist viel zu einfach - da kommt bestimmt noch ein Sperrschild auf der geplanten Strecke. Peter vermutet schon bei der Ausarbeitung wo die Sperrung sein könnte. Also legen wir uns schonmal eine Ausweichstrecke zurecht.
Dann gibt es auf der weiteren Chinesenrallye noch einige Bilder, die es unterwegs zu finden gilt. Es ist ein Holzkreuz, ein Wegestein und ein Mühlstein. Dabei ist nach dem ersten Buchstaben der Inschrift gefragt. Fränki verrät uns glücklicherweise die Reihenfolge, in der sie auftauchen sollen.

„Ich liebe diese Baumaffen..."

Und los geht's. Ich fahre die Chinesenrallye bis zum Start der Pfeilskizze. Aber dort ist gar keine Zielkontrolle. Komisch - scheint aber wohl alles richtig zu sein. Also weiter. Die Stelle, wo wir die Sperrung vermutet hatten, kommt gleich am Anfang. Aber kein Sperrschild in Sicht, dafür ein schöner „Baumaffe" gleich nach 100 Metern. „Ich liebe diese Baumaffen - sagen sie mir doch, dass ich richtig bin" (so oder ähnlich schrieb Claudia, die Frau des Fahrtleiters, noch in ihrem letzten Bericht über die Bergische Ori). Aber weit gefehlt, wie wir nachher noch erfahren werden...
Auf dem folgenden Streckenabschnitt treffe ich meinen Gatten, der natürlich schon alle weiteren möglichen Wege probiert hat - aber alles gesperrt. Also eine Riesenschleife fahren, um noch an den nächsten Pfeil zu kommen, schlägt er mir vor. Ich folge seinem Rat. Ah, das sieht gut aus, denn ich finde noch mehr „Baumaffen". Am Ende dieses Streckenabschnitts gibt es eine besetzte Zeitkontrolle. Ich bin natürlich wieder einmal viel zu spät dran. Aber egal - Hauptsache alles gefunden. Peter ist schon länger dort und erzählt mir - leicht angefressen - dass wir alles falsch gemacht haben. Aber das will ich jetzt gar nicht wissen....
Weiter geht es mit der Chinesenrallye, im Laufe derer wir auch noch die Bilder finden sollten. Die Straße windet sich über kleinste Eifelsträßchen - wunderschön - nicht ganz anspruchslos zu fahren. Ab und zu treffe ich einige Mitstreiter, meistens bei den Bildern. Denn da muss man anhalten und absteigen, um etwas genauer hinzuschauen, was drauf steht.

Richtig oder falsch?

Als ich an der Kuchenkontrolle ankomme, wird schon wild diskutiert über die Pfeilskizze, wer was alles falsch gemacht hat und wie es denn richtig gewesen sein soll. Der Kuchen schmeckt gut, aber das schmeckt einigen Teilnehmern gar nicht. Denn ich bin nicht die einzige, die Fehler gemacht hat. Aber man sollte sich nicht entmutigen lassen. Abgerechnet wird am Ende. Die Chinesenrallye führt uns weiter durch die schöne Eifel, vorbei am Nürburgring. Kurz vor Erreichen des Ziels steht noch ein „Baumaffe" an der Schotterstrecke zum LV-Gelände, hatte ich ihn doch gerade noch im Augenwinkel rot leuchten sehen. Den ersten, der gleich kurz nach dem Start auch an der Schotterstrecke hing, hatte ich natürlich übersehen, da ich meine Augen auf den Schotter gerichtet hatte.

Sperrschild hinter'm Busch

Mit der Auswertung hat Fahrtleiter Fränki einiges zu tun. Hat doch keiner der Teilnehmer das hinter einem Busch versteckte Sperrschild gesehen, das doch tatsächlich genau an der Stelle hing, wo Peter es vermutet hatte. Ein Teilnehmer hat es zwar gesehen und sogar fotografiert. Hat sich dann aber gedacht, der Fahrtleiter hätte es selber nicht gesehen, denn der „Baumaffe", der kurz danach kam, bestärkte ihn in der Annahme, dass er hier weiterfahren sollte. Aber da hat er Fränki unterschätzt. Natürlich hatte er das Schild gesehen und den Baumaffen extra als Fehlkontrolle für uns aufgehängt. Was zunächst bei der Streckenausarbeitung so einfach aussah, entpuppte sich als Falle, in die wir alle reingetappt sind. Der weitere Weg, den Peter mir vorgeschlagen hatte, war dann auch noch falsch, so dass die Reihenfolge unserer aufgeschriebenen Buchstaben ziemlich konfus gewesen sein muss. Ich hätte es nicht auswerten mögen. Aber Fränki - Strafe muss sein...

Das „amtliche Endergebnis"

Am Ende hat Fränki die Wertung einfach an die Teilnehmer angepasst, und hat es so gewertet, als wenn das Sperrschild gar nicht da gewesen und die Fehlkontrolle richtig gewesen wäre. Für die Wertung spielte das letztendlich keine Rolle, da es ja keiner richtig gemacht hatte. Nur Jan bekam noch ein paar Punkte gutgeschrieben, da er das Schild gesehen hatte.
Mein Resümee: Es war eine wunderschöne Strecke über kleinste Eifelsträßchen mit einer anspruchsvollen Fahrtaufgabe, die sich erst auf den dritten Blick als solche entpuppte. Vielen Dank Fränki und Claudia für Eure Arbeit. Und keine Angst - wir kommen nächstes Jahr wieder, denn wir wissen ja jetzt, worauf wir uns gefasst machen müssen.

Ergebnisse

Touristenklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Stefan W. Steffi W. BMW R1150GS 15
2 Mike W.   BMW R1200GS 30
3 Stefan K.   Honda Crosstourer 45
4 Jürgen W.   Suzuki Bandit 60
5 Stefan M.   KTM Duke 690 90
6 Olaf G.   Honda Deauville 180

Profiklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Andreas Z. Jupp B. Suzuki GSX1100G Gespann 57
2 Jan G.   Ducati M900 62
2 Norbert L.   Triumph Tiger 1050 62
4 Peter A.   BMW R1200GS 85
5 Inge A.   BMW G650GS 104
6 Bernd L.   BMW R1200GS 127

Bilder der Flugwachenrallye