Biker auf der Landstrasse

Wann und wo?

Startpunkt am Samstag, den 13. Oktober 2018 war der Gasthof Happe, Kirchplatz 6-7, 33142 Büren-Harth

Bericht von Claudia über die Abschlussfahrt

Oh, du schönes Sauerland

Am 13.10. 2018 fand die Abschlussfahrt der TourenTrophy statt. In diesem Jahr erstmalig im nördlichen Sauerland mit Startpunkt am Landgasthof Happe in Büren-Harth. Eine hervorragende Wahl, wie sich schnell herausstellte.

Deine Täler, deine Höh'n, Sauerland, wie bist du schön

Wir machten uns schon vorzeitig am Donnerstag auf Reisen. Entgegen unserer Gewohnheit, das Motorrad im Hänger mitzunehmen, entschloss ich mich, diesmal selbst mit meinem Dreirad-Roller zu fahren. Das Wetter war bombastisch. Kurz vorm Start hatte ich plötzlich Bedenken. GIBT ES DA ETWA KURVEN? So serpentinenmäßig? Ach was, hatte ich doch beim Kurventraining geübt. Also los. Eine schöne Fahrt durchs Bergische und dann durchs Sauerland wurde absolviert. Bei der Besichtigung der Warsteiner Brauerei musste ich dann nüchtern bleiben. Gut angekommen behauptete ich, dass es ja kaum Kurven gab. Meinem Mann klappte die Kinnlade nach unten. "Aber da waren doch etliche ganz schön Happige" "Sind die in der Eifel nicht viel kleiner und steiler?" "Nein". Mein Gehirn hatte wohl alle Kurven ausgeblendet und beschlossen nur eine gemütliche Straße zu sehen. Leider klappte das auf der Rückfahrt nicht ganz so gut. Ich hätte mich einfach weiter betrügen sollen.

Der Gastwirt entpuppte sich als Motorradfreund und Kenner. Alsbald erschienen Menschen zum Stammtisch aus dem Verein BU (Biker Union). Der Wirt stellte gleich sicher, wir gehören als Biker alle zusammen, besinnt euch nicht auf Unterschiede. Er stellte uns als Herrschaften des BVDM vor. Ich kam mir gleich offiziell vor, streckte meinen Oberkörper und legte ein huldvolles Lächeln auf. Die Ladies und Gentlemen griffen ihr Getränk und gesellten sich an unseren Tisch. So hatten wir gleich einen interessanten Gesprächsabend über die Intermot, japanische Motorräder und Motorradausfahrten. Unser Zimmer war auch super, also gute Nacht. Am nächsten Tag hatten wir dann Zeit die Gegend zu erkunden. Die leere Edertalsperre mit wieder aufgetauchten Ruinen und Brücken war sehr beeindruckend. Abends gesellten sich dann im Gasthof Marko, Hans und Stefan zu uns. Überraschenderweise tauchten auch Inge und Peter auf, sie hatten es ja nicht soweit bis nach Hause, aber Ihnen gefiel der Gasthof auch zum Übernachten und wir hatten ein genüssliches gemeinsames Abendmahl.

Ankunft der getreuen Gefährten

Am nächsten Morgen warteten wir nach einem opulenten Frühstück gespannt darauf, wer noch kommen sollte und ob der Fahrtleiter auch erscheint. Auf dem Parkplatz entdeckte ich zuerst den Mann mit der Weste, unseren rasenden Reporter Michael B. Sehr bald kam auch mein Knuddelbär Jupp mit seinem edlen Gespann um die Ecke. Er hatte tatsächlich weder die Gummipetra noch die Ersatzpappe, sondern die Leibhaftige dabei. Sie wirkte sehr lieb und nett. Jupp kam mir etwas verspannt vor. Eigentlich ist er wirklich ein netter lieber Teddybär. Diesmal kam er mir jedoch wie ein Brummbär vor, für einen Grizzly reichte es noch nicht. Ich wollte ihn noch ein wenig knuddeln, damit seine bessere Hälfte (oder in seiner Sprache "Perle") sieht, was er doch für einen Schlag bei reiferen Damen hat, aber Jüppchen verließ mich für eine Zapfsäule. Aber selbst diese war an jenem Morgen widerspenstig... Jupp musste klingeln für den Erguss des Zapfhahns... mal was anderes als Tatütata. Derweil erschien der Lipperosejörg, der eine ganz andere Umarmungsdimension hat. Er hatte ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, denn eigentlich hatte er an diesem Tag "Enkeldienst". Renate wollte mit dem Enkel Fußball spielen und Jörg sollte die Zwillinge durch seine Gesänge stillen... oder so... Vielleicht demonstrierte er im Vorfeld eine gewisse Inkompetenz, so dass man ihn in die Ferne schickte. Nun stand Renate allein im Tor und Jörg allein auf der Strecke. Nicht die beste Variante... Stefan, Steffi, Ingo, Kirsten, Norbert, Jürgen, alle wollten sie dabei sein bei dem Event. Prima.

Neuer Fahrtleiter, neues Spiel

Axel und Iris, unsere neuen Fahrtleiter, trauten sich dann doch an diesen magischen Ort. Die Fahrtunterlagen waren schnell verteilt. Axel gab an, dass alles improvisiert sei, da er nach seiner ursprünglichen Ausarbeitung seine Strecke selber nicht wieder gefunden hätte. Wir erhielten eine schwer leserliche Landkarte mit Pfeilen, die auszuarbeiten waren. Nach einigem hin und her stellten wir fest, dass manche zwölf Pfeile fanden, andere nur 11 und wir hatten gar 13. Axel meinte, "Alles normal, jeder hat seine eigene Karte." Es wird sich am Ende alles klären. Nun denn.

Mitten dann im grünen Wald, lockt der schönste Aufenthalt

Wir fuhren nach unserer blässlichen Karte durch das schöne Sauerland. Gleich bei der ersten Durchfahrtskontrolle sahen wir viele Motorräder auf der Gegenfahrbahn, auch den Jörg. War das gut so? Aber Axel war auf unserer Straßenseite postiert und meinte wieder, es wird sich alles klären... Ein paar mal wurden wir dann blass, denn wir hatten uns verfahren und mussten umkehren. Anderen schien es genauso zu gehen, man traf sich immer mal wieder bei einer Kehrtwende. Irgendwo wurden wir dann von einer kurvigen kleinen Straße verführt, sie zu benutzen, welche aber leider nicht die kürzeste Strecke war. Das kostete uns 30 Strafpunkte. Unterwegs gab es dann noch die Kamerakontrolle durch Michael. Wir winkten fröhlich, da er uns nicht blitzte. Bei der Kuchenkontrolle trafen sich dann alle wieder. Merkwürdigerweise waren viele Starter schon da, die nach uns losgefahren waren. Aber es gab wohl kürzere Lösungen des Einzelnen. Die Kuchenkontrolle war von unterschiedlichen Seiten anfahrbar, was auch nicht jeden interessierte... und wieder einmal gab es kein Klo... So ziemlich am Schluss erreichten auch Brummbär und die Leibhaftige die Kuchenkontrolle. Brummbär trug Grizzlyfalten auf der Stirn. Die Leibhaftige wirkte ratlos und schlug sich in die Büsche. Irgendwas schien die beiden zu besorgen. Vielleicht fürchtete Jupp, daß sein lädierter Rücken eine weitere Knuddelattacke von mir nicht vertragen würde. Ohne ihn noch einmal drücken zu können, entschwand er mit seiner Holden in Richtung Heimat. Vielleicht muss er Winterschlaf halten - man weiß es nicht. Schade auch. Wir fanden im schönen Sonnenschein den Weg zurück zur Herberge. Auf einer sehr kurvenreichen Strecke sah ich, wie Kirsten durch die Kurven flog und schwebte. Große Bewunderung ergriff mich und Zweifel, ob ich sowas auch jemals kann, mit meinem Roller - oder muss ich bis zum Rollator warten?

Auswertung

Gut wieder angekommen machte sich Axel gleich an die Auswertung. Es gab zum Glück ein eindeutiges Ergebnis. Als Tücke hatte er Nachfahrfallen eingebaut. Wenn sich jemand an einen hängt, der andere Pfeilvorgaben hat, legt er sich selber rein. So war es wohl geschehen. Die üblichen Sieger hießen Peter und Inge und wir waren wieder die ewigen Zweiten. Jörg hatte ja von den Zwillingen geträumt und war wohl ein wenig abgelenkt.......Renate hätte bestimmt ein Tor geschossen.......oder so, als Team klappt das alles besser. Bald wird er wieder angreifen zusammen mit Oma. So reihten sich alle anderen ein auf den Plätzen. Mancher fragte sich, wo er wohl falsch abgebogen ist, aber sei es drum. Alle sind heil angekommen, ein wenig durstig und hungrig.

Kaum hatten wir diese Wertung bei einem kräftigen Schluck Bier verdaut, erhob sich Peter, um die TourenTrophy Gesamtwertung 2018 zu verkünden. Es gab erstaunlich viele Teilnehmer, fast 60, wovon uns 36 in Wertung präsentiert wurden. Da es dieses Jahr insgesamt 6 Oris gab, flossen vier davon in die Wertung ein. Es gibt eine unterschiedliche Bepunktung für Touristen und Profis und Sonderpunkte für Ausrichter einer Orientierungsfahrt. Ferner gibt es einen Unterschied, ob man als Team fährt, einzeln oder ab und an zu zweit. Für mich werden es böhmische Dörfer bleiben, aber die Informatiker unter uns werden den Durchblick haben. Peter führte geduldig bei jedem Einzelnen aus, wie viele Fahrten er absolviert hat und wie er dabei abschnitt. Bis heute wundere ich mich, dass Inge nicht gewonnen hat. Aus meiner Erinnerung war sie doch zweimal alleine Erste und mindestens einmal mit Peter Erste. [Kommentar Peter: Hätte sie, wenn wir nur drei Fahrten gewertet hätten] Wir haben einmal gewonnen und waren dann immer Zweite. So haben wir unverdienterweise Inge auf den dritten Platz geschoben. Mit was für einer magischen Formel hat Peter das wohl hingekriegt? Aber was soll man von einem Mann mit Bärtchen erwarten, der ein Motorrad namens Kühlwalda besitzt? Nächstes Jahr werden die Normannen kommen! Aber Obacht, Peter hat ein Auto mit Elektriktrick!! Und Inge bleibt immerhin die beste selbstfahrende Frau des Clubs! Dreimal dürfte ihr raten, wer Gesamtsieger war. Fazit: Axel hat eine super Rallye geplant und einen tollen Ort ausgesucht.

Mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh und Schweinespeck (Zigeunerbaron)

Was blieb uns nun noch zu tun? Rischtisch! Essen fassen. Unser Wirt hatte aufgrund eines Großeinsatztages (Versorgung mehrerer Veranstaltungen mit Essen) einen Grillabend für uns organisiert, unterstützt von Familienmitgliedern. Er besitzt über 200 Schweine und ist daher prädestiniert uns was Leckeres vom Borstenvieh zu kredenzen. Es war alles lecker und wir wurden gut satt. Sogar Nachtisch gab es noch. Da waren doch alle glücklich. Nach etlichen tiefschürfenden Gesprächen über die Energiewende fielen wir müde ins Bett.

Heimweg mit Gegenlicht

Wir frühstückten am nächsten Morgen abermals feudal und machten uns nach einer kurzen Runde durchs Dorf auf den Heimweg. Mittlerweile war ich ja über die Kurven informiert worden. Als Tücke stellte sich jedoch die sehr tief stehende Sonne heraus und wechselnde Lichtverhältnisse in dunklen Wäldern. Haarnadelkurven waren an diesem Tag ein Witz, die fährt man eh langsam und sieht sie direkt vor der Nase. Langgezogene S Kurven in unterschiedlicher Größe und Hundskurven zwangen mich zu großer Vorsicht, da ich bei dem Licht immer nur den Anfang der Kurven sehen konnte, und nicht, wie sie weiter gehen. Meinem Mann war ich zu lahm. Aber ich kann mich ja mal an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten! Mit brennenden Augen sind wir heil wieder angekommen und können nur auf eine Wiederholung der Abschlussfahrt im nächsten Jahr hoffen. Das Motto wurde bereits ausgelobt: "Auf die Hart(h)e Tour"

Ergebnisse Abschlussfahrt

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Peter A. Inge A. BMW R1200GS Gespann 15
2 Hans-Peter F. Claudia F. Yamaha TDM850 30
2 Jörg L.   BMW R1200GS 30
4 Norbert   Yamaha SRX-6 40
5 Kisten B.   Yamaha Tracer 900 45
5 Marko S.   Yamaha Tracer 900 45
7 Stefan K.   Honda Crosstourer 100
8 Jürgen W.   Suzuki Bandit 115
9 Michael B.   Triumph Tiger 800 165
10 Stefan W. Steffi W. BMW R1150GS 225
11 Hans L.   BMW R850R 235
12 Ingo B.   BMW R1200GS 300
13 Jupp B. Petra B. Suzuki Gespann ADW

 

Ergebnisse BVDM TourenTrophy Gesamtwertung 2018

PlatzFahrerBeifahrerAnzahl FahrtenWertungspunkte
1 Peter A.   6 68,51
2 Hans-Peter F. Claudia F. 5 63,54
2 Inge A.   6 59,88
4 Jupp B.   4 53,69
5 Norbert L.   5 44,05
6 Jürgen W.   5 36,32
7 Michael T.   3 35,76
8 Reinhard A.   4 35,36
9 Ricardo G.   3 31,14
10 Jörg L.   3 29,00
11 Anelie W.   3 27,24
12 Petra B.   2 26,55
13 Axel M.   3 25,20
14 Stefan K.   5 24,17
15 Andreas Z.   3 23,89
16 Mike W.   3 22,70
17 Uschi L.   2 21,09
18 Iris M.   3 20,69
19 Stefan W.   6 20,33
20 Claudia T.   2 19,76
21 Jan G.   2 19,74
22 Steffi W.   5 19,33
23 Renate L.   2 19,00
24 Bettina W.   2 16,03
25 Sahra M.   2 15,73
26 Michael B.   3 14,29
27 Hans L..   2 12,67
28 Bernd L.   4 12,00
29 Hans K. Anita F. 2 10,27
30 Stefan M.   3 9,00
31 Ingo B.   2 7,44
32 Dennis L.   3 7,00
33 Sabine L.   2 6,00
33 Conny M.   2 6,00

In Wertung waren alle Teilnehmer, die an mindestens zwei Fahrten teilgenommen haben. Pro Fahrt werden in der Profiklasse zwischen 3 und 20 Punkte vergeben, in der Touristenklase zwischen 3 und 10 Punkten. Fahrtleiter und Helfer einer Fahrt bekommen die Mindestpunktzahl (3 Punkte) gutgeschrieben. Gewertet wurde die Summe der besten vier Fahrten. 

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Bilder der Abschlussfahrt 2018