Ehrung der Fahrtleiter

„Letzte (Lippe-) Rose in unser'm Garten..."

Rege Teilnahme wie lange nicht

Unglaublich, aber wahr: fast alle „üblichen Verdächtigen" sind gekommen - so viele wie sehr lange auch vor Corona nicht. Lag es an der langen Zwangspause, oder daran, dass es die letzte Ori von Renate und Jörg war? Wahrscheinlich beides. Wir alle waren wie „ausgehungert" nach dem langen Lockdown. Die Westerwald-Ori war bereits ausgefallen und unser TourenTrophy-Saisonstart nun so spät wie noch nie.

Renate und Jörg sind als Vereinskollegen wie auch als Fahrtleiter bei allen Teilnehmern sehr beliebt. Und so war klar, dass der „harte Kern" der TourenTrophy-Fahrer den beiden auch einen würdevollen Abschied bereiten wollte. Da in Ermangelung eines geeigneten Gasthofes die Rallye bei Renate und Jörg zu Hause im Garten stattfinden sollte, war die Teilnehmerzahl auf 30 Personen begrenzt. Die Starterliste war innerhalb von ein paar Tagen nach Veröffentlichung mit Voranmeldungen ausgebucht und alle sind auch vor Ort erschienen.

„Verdamp lang her"...

Dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Die Abschlussfahrt im letzten Oktober hatte noch unter eingeschränkten Bedingungen stattfinden können. Jedoch war der Teilnehmerkreis überschaubar. Alle freuten sich, die lieben Vereinskollegen alle miteinander live und in Farbe wiederzusehen. Zwar blieben die üblichen Begrüßungsumarmungen aus, aber nicht weniger herzlich waren die Faust- oder Ellbogenbegrüßungen, wenn auch das herzliche Drücken schon dem ein oder anderen gefehlt hat.

Eigentlich sollte die letzte Lipperose-Ori bereits im letzten Jahr stattfinden. Jörg hatte schon alles ausgearbeitet und vorbereitet, doch dann kam ein Coronaausbruch bei Tönnies dazwischen, so dass auch im Kreis Warendorf verschärfte Coronaregeln galten. So mußte die Rallye im letzten Jahr kurzfristig abgesagt werden. Renate und Jörg erklärten sich dankenswerterweise bereit, in diesem Jahr nochmal einen Anlauf zu nehmen und ihre letzte Fahrt vor dem „Fahrtleiterruhestand" mit Unterstützung der ganzen Familie zu stemmen.

Eine Fahrt mit Niveau

Nachdem wir uns ausgiebig begrüßt hatten, gab es erst einmal eine kleine Überraschung für die beiden langjährig verdienten Fahrtleiter. Ein Blumengestell in Form eines Motorrades und eine Fotokollage mit teils uralten Bildern von vergangenen Fahrten hatten wir für die beiden vorbereitet. Nach der feierlichen Übergabe durch Peter in seiner Funktion als BVDM- und LVRR-Sportwart, ging es ans Werk. Jörg teilte die Fahrtunterlagen aus und wir machten uns an die Ausarbeitung der Pfeilskizze. Auf zwei DIN-A4-Blättern gab es eine topographische Karte und zwei weitere Blätter mit Pfeilen, die per Pauspapier auf die Karte übertragen werden mussten. Das Abpausen der Pfeile und in die Karte eintragen war nicht schwierig. Wohl aber die Pfeile auf dem kürzesten Weg zu verbinden und die richtige Reihenfolge der zu fahrenden Pfeile festzulegen. Peter und ich hatten unabhängig voneinander die Strecke ausgearbeitet - wobei er noch ein paar kürzere Verbindungen gefunden hatte als ich - aber grundsätzlich hatten wir dieselbe Pfeil-Reihenfolge erarbeitet.

Wir starteten als letzte, und da ich nicht die schnellste im Orientieren bin, sind wir mal lieber zusammen gefahren. Sonst hätte es für mich wahrscheinlich am Ende der Etappe keinen Kuchen mehr gegeben, da ich allein sicherlich etwas länger gebraucht hätte. In Ermangelung von Ortsschildern hatte Jörg sehr viele Baumaffen sowie eine ganze Reihe besetzte Kontrollen eingebaut, die zum Teil als Durchgangskontrollen, aber auch als geheime Zeitkontrollen fungierten. Wir lagen ganz gut in der Zeit, waren sogar etwas zu schnell für die 30er Durchschnittsgeschwindigkeit. Gegen Ende jedoch kam dann eine Spezialaufgabe für die Profis, die es in sich hatte. Die ausgearbeitete Strecke war leider gesperrt. Also die Strecke kurzfristig umplanen und nochmal anders fahren. Das kostet Zeit. Dann stellten wir jedoch fest, dass auch diese Strecke gesperrt war. Wie gemein! Also einen dritten, noch weiteren Weg fahren. Da kommt man dann langsam in Zeitnot. Und das kurz vor dem Ziel, wo man eigentlich pünktlich sein sollte, sonst gibt's Strafpunkte. Aber auch das haben wir gerade noch pünktlich geschafft (auch wenn oder gerade weil mein Mann mir da etwas Stress gemacht hat....). Ich war eine Minute zu spät an der ZK, da ich eine Minute vor Peter gestartet war, was mir einen Strafpunkt einbrachte. Aber was ist schon 1 Punkt - egal. Renates leckerer Kuchen war jetzt wichtiger als irgendwelche Strafpunkte! Und eine Pause konnte ich jetzt auch gebrauchen, denn die kleinen Feldwege waren doch ganz schön anspruchsvoll zu fahren, da durch Splitt oder Sand immer wieder Rutschgefahr bestand.

Andere Teilnehmer hatten, wie wir später erfuhren, einige Zeit im Stau gestanden aufgrund eines Eichenprozessionsspinnerbeseitigungseinsatzes (ah - tolles Wort mit 45 Buchstaben, wenn ich mich nicht verzählt habe). So etwas hatten wir auf einer Rallye auch noch nicht.

Chinesenrallye mit Hindu-Tempel (und ich dachte, sowas gibt's nur in Indien...)

Au ja, Teil 2 als Chinesenrallye ohne Zeitwertung - das kann ich normalerweise ganz gut. Also durfte ich jetzt mal vor fahren. Eine schöne Strecke zum Entspannen auf kleinen Wegen erwartete uns. Wir kamen nach Hamm Uentrop herein und fuhren dort an einem sehr interessanten, bunten Gebäude vorbei: ein Hindu-Tempel. Da fiel mir ein, dass wir vor nicht allzu langer Zeit einen Bericht im WDR über unser schönes NRW gesehen hatten, wo dieser Tempel gezeigt wurde. Er ist wohl der zweitgrößte Hindutempel in Europa. Natürlich mußten wir gleich ein Foto davon machen. Soviel Zeit muss auch auf einer Rallye sein. Kurz darauf kamen wir über den Datteln-Hamm Kanal und meinen die Stelle erkannt zu haben, wo die rituellen Waschungen der Hindus alljährlich stattfinden - wie es in dem TV-Beitrag gezeigt wurde. Also wurde uns auch noch einiges an „Sightseeing" geboten auf der Strecke. Ein wenig müde und angestrengt kamen wir am Hof von Renate und Jörg wieder an. Man ist ja nichts mehr gewöhnt. Für mich war es heute erst die dritte Tour auf dem Motorrad in diesem Jahr. Das Sitzfleisch muss sich doch erst wieder daran gewöhnen. Und auch die Temperaturregelung des Körpers, denn es war knuffig warm unter Helm und Motorradkombi.

Und dann gab's erstmal was zu essen. Renate hatte leckere Salate gemacht und die beiden Schwiegersöhne brieten Fleisch und Würstchen. Es mangelte an nichts und jeder wurde satt.

Nach dem Essen kam Jörg zu den verschiedenen Tischen, um uns einmal anhand der Karte die richtige Lösung der Pfeilskizze zu präsentieren. Leider mussten wir feststellen, dass wir die beiden ersten Pfeile in umgekehrter Reihenfolge gefahren waren. Die richtige Strecke war nachweislich 200 m kürzer als die unsere. Sonst hatten wir alles richtig gemacht.

Böse Überraschung

Als Jörg nun zur Siegerehrung kam, wurde ich gleich als zweite und Peter als dritter genannt. Das ist nicht gut. Denn die Verlesung der Platzierungen fängt immer hinten an. So hatte uns tatsächlich dieser eine Fehler sage und schreibe 8 Folgefehler mit insgesamt 125 Strafpunkten eingebracht. Das war's - weg vom Fenster! Nach dem Motto: „Die üblicherweise Ersten werden die Letzten sein"! Da hat uns auch die gute Zeitwertung nichts mehr genützt.

Platzierung ist Nebensache

Aber was soll's: auch der Sportwart kann mal verlieren. Und das ist ja schließlich auch kein Drama. Die ehrgeizigen Zeiten haben wir Gott sei Dank sowieso schon lange hinter uns. Hauptsache die Strecke war schön und es hat Spaß gemacht. Als Preise gab es neben Pokalen für die Ersten für jeden Teilnehmer ein Glas Honig, auch für die Letztplatzierten.

Aber am allerschönsten war es, nach langer Zeit unsere lieben Vereinskollegen wieder zu sehen und wieder eine gemeinsame Tour machen zu dürfen. Wir haben uns alle sehr gefreut über diese rundum gelungene Veranstaltung. Da ist die Platzierung für uns eher Nebensache.

Danke

Wir danken Renate, Jörg, deren Töchtern und Schwiegersöhnen und den weiteren Helfern, die alle mit angepackt haben, um für uns eine schöne Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Es ist Euch mehr als geglückt und wir werden Eure gut organisierten und niveauvollen Rallyes in Zukunft sehr vermissen.

 

Ergebnisse

Touristenklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Godfried H.   Benelli TRK502
1 Mike W.   BMW R1200GS
1 Andreas Z.   BMW R1250GS
1 Stefan W.  Steffi W. BMW R1200RT
5 Iris M.  Lucy M. BMW F650GS 15 
6 Ingo B.   BMW R1200GS 30 
7 Kirsten B.   Yamaha Tracer900 45 
7 Axel M.  Sarah M. BMW R1100GS 45 
9 Marco S.-H.   Yamaha Tracer900 60 
10 Stefan M.   KTM 690 75 
11 Nina M.   BMW G650GS 90 
12 Stefan K.   Honda Crosstourer 120 
13 Hans L.   BMW R850R 165 

Profiklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Hans-Peter F. Claudia F. Yamaha TDM850 14,5 
2 Reinhard A.   BMW R1200GS 30,3 
3 Dieter S. Gaby S. Yamaha XJR1300 Gespann 80,0 
4 Christian F.   Honda CBF1000 83,5 
5 Jan G.   Ducati M900 90,5 
6 Jürgen W.   Suzuki Bandit 1250 91,2 
7 Jupp B.   Honda NTV650 105,4 
8 Ricardo G.   Moto Guzzi Breva 118,3 
9 Peter A.   BMW R1250GS 125,9 
10 Inge A.   BMW F750GS 126,6 
11 Norbert L. Uschi L. Triumph Thunderbird Gespann 139,0 
12 Corinna G.   Kawasaki ER-5N a.d.W. 

 

Bericht Lipperose Ori 2018

Bericht Lipperose Ori 2019

 

Video "BVDM TourenTrophy"

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Bilder Lipperose Ori 2021