Motorradkorso

Eine Veranstaltung vorzubereiten und durchzuführen ist immer mit sehr viel Aufwand, Planung, Organisation und letztendlich auch mit Hoffen – vor allem bezüglich des Wetters – verbunden. Es ist am Ende aber auch schön zu sehen, wenn sich viele engagierte Helfer und Teilnehmer versammeln, die Veranstaltung ein Erfolg ist und zu guter Letzt auch noch die Sonne lacht.

Die Sache mit dem Wetter

Im Vorfeld war ich aufgrund der Wettervorhersagen ziemlich nervös. Es sollte kalt, aber trocken werden. Trocken klingt erstmal gut, habe ich mir gedacht. Ein Hoffnungsschimmer.

Und wie der Wettergott es so wollte, war es am Samstagmorgen tatsächlich trocken. Der Tag startete also schon sehr positiv.

Etwas Warmes braucht der Mensch

Trocken war es also, aber dennoch ziemlich kalt. Also packte ich zwei Kannen Kaffee, Becher und Kekse für meine Leute ein und machte mich auf den Weg.

Bei den Vorbereitungen für die Veranstaltung konnte ich auf erfahrene Stammhelfer zurückgreifen, die durch einige neue Helfer verstärkt wurden. Trotz einiger krankheitsbedingter Absagen in letzter Minute waren wir am Ende 15 Helfer am Start, davon sogar drei Vorstandsmitglieder. Das ist eine super Quote, denn ich brauche erfahrungsgemäß nur insgesamt 12 Helfer.

Die Vorbereitungen

Abgemacht war, dass wir uns um 11 Uhr am Start treffen. Ich nähere mich dem Treffpunkt um 10:40 Uhr und denke schon, dass ich zu früh bin. Aber siehe da, die halbe Mannschaft ist ebenfalls schon versammelt. Super – tolle Leute! Meine Motivation steigt weiter und die Helfer freuen sich über den heißen Kaffee. Alle haben gute Laune und so soll es auch sein!

Anschließend teilen wir die Posten gemeinsam ein. Die „alten Hasen" haben ihre Lieblingsplätze, die zum Teil auch Erfahrung erfordern. Aber auch für die, sagen wir nicht so spannenden Plätze, haben wir genug Helfer, damit dort niemand allein stehen und sich langweilen muss.

Der Start

Um 12 Uhr startet die Gedenkfahrt am Bonner Verteiler. Der Korso fährt in Köln seit einigen Jahren in Blöcken, damit zwischendurch der normale Verkehr abfließen kann.

Wir waren sehr überrascht, wie schnell der erste und recht kurze Block an uns vorbei kam. Dann kam schon der zweite Block. Meine Güte, sind die dieses Jahr zügig. Wollen die den Korso etwa schnell erledigen, damit die Polizei noch in den Hambacher Forst kann? Üblicherweise werden vier Blöcke gebildet. Der dritte Block näherte sich und war einiges länger als die ersten beiden. Als dann der vierte und letzte Block auf mich zukam machte ich mich startklar, um mich am Ende mit einzureihen. Denn nur wenn die Helfer es schaffen, sich im Korso einzufinden, das heißt noch vor dem letzten Blauchlicht-Fahrzeug, dürfen sie auch die Sonderrechte nutzen.

Dieses Jahr kam der letzte Polizeiwagen sehr knapp, da war ich froh, gut vorbereitet gewesen zu sein. Ich war die erste aus unserer Gruppe im Korso und versuchte, besonders den Neuen zu gestikulieren, dass nun der Moment zum Einreihen ist. Als der Korso an unseren Posten vorbei war, wurde ich ruhiger und hoffte nur, dass alle mitgekommen sind. Jedes Jahr hat so seine Besonderheiten. Letztes Jahr gab es zum Beispiel nur drei Blöcke, da hat Mancher vergebens auf den vierten Block gewartet. Das war sehr schade.

Der Verlauf

In Köln fuhren wir die altbekannte Route, in Leverkusen wurde allerdings ein anderer Weg als üblich eingeschlagen. Vielleicht wegen einer Baustelle? Ich hatte in jedem Fall Grund zum Lachen, als uns auf einmal Blaulicht und ein Motorrad mit dem Schild „letzter Block" entgegenkam. Da hat sich wohl unsere Blockleitung auf der neuen Route verfahren.

Was wohl die Leute denken?

Die Reaktionen am Straßenrand sind sehr unterschiedlich. Leute beim Einkaufen sind zum Teil genervt wegen der Verzögerung. Aber gerade am Stadtrand von Köln stehen viele ältere Leute mit Fahnen und auch Familien und Kinder winken uns zu, sogar aus Fenstern. Einige haben sich sogar mit Tisch, Stuhl und Fahnen am Straßenrand auf das Ereignis vorbereitet.

Besonders ein Bild ist mir in Erinnerung geblieben. Am linken Fahrbahnrand parken Autos, dazwischen sehe ich etwas weißes wedeln. Beim Näherkommen erkenne ich eine ältere Frau (Typ Miss Marple), die ganz begeistert mit ihrem Halstuch winkt. Und so etwas genießen wir Korse-Teilnehmer sehr. Es meckern eben nicht alle über uns!

Der Gottesdienst

Am Altenberger Dom angekommen, gehen dieses Jahr sogar viele von uns mit in den Gottesdienst. Gesammelt wurde in diesem Jahr für herzkranke Kinder. Ingolf, der Motorradpfarrer, sprach anhand eines analogen Drehzahlmessers vom „roten Bereich". Die Botschaft lautete, dass nicht nur dem Motor ein Überdrehen nicht bekommt, sondern auch der Gesundheit nicht und man daher bei der Arbeit, der Lebensführung und der Geschwindigkeit unterhalb des „roten Bereiches" bleiben sollte.

Eine gelungene Veranstaltung

Gemeinsam ließen wir den Tag mit einem  Kaffeetrinken im Altenbergerhof, gegenüber dem Dom, ausklingen. Inzwischen schien sogar die Sonne und ich nahm nicht den kürzesten Weg nach Hause, sondern genoss den restlichen Tag.

Ich bin sehr zufrieden. Es war ein tolles Team, eine gelungene Veranstaltung und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr!

 

 

Ein Vlog zur Demo Gedenkfahrt in 2017, gefunden bei YouTube

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