Foto: VM/Sondermann

Am Motorradtreffpunkt in Bottrop treffen gleich zwei Minister ein, die Verwunderung bei den Motorradfahrern ist groß. Doch der Besuch gilt nicht direkt ihnen, und es ist auch kein Wahlkampftermin. NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes und NRW-Innenminister Herbert Reul sind gekommen, um mit dem BVDM eine gemeinsame Erklärung für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu unterschreiben. Der Appell richtet sich an die Motorradfahrer, es geht um mehr Verkehrssicherheit und um Verkehrslärm. Gerade das letztgenannte hat verschiedene Anwohner-Initiativen auf den Plan gerufen. Neben dem Verein Silent Rider hat sich jüngst auch der Bundesverband gegen Motorradlärm gegründet. Vertreten der beiden Organisationen waren ebenfalls zum Termin und zur Unterzeichnung der Erklärung eingeladen.

Auch wenn sich der gemeinsame Appell aktuell nur an die Motorradfahrer richtete, machte der Vorsitzende des BVDM in seiner Rede deutlich, dass es nicht nur um Motorrad-, sondern allgemein um Verkehrslärm geht. Maßnahmen, die ausschließlich Motorräder betreffen werde der BVDM nicht mittragen, betonte Lenzen mit Blick auf die Vertreter von Silent Rider und Bundesverband gegen Motorradlärm deren Appelle und Aktionen sich ausschließlich gegen Zweiradfahrer richten. Lenzen  forderte Ministerin Brandes und Innenminister Reul auf, das BVDM-Konzept zur Reduzierung des Verkehrslärms und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auch umzusetzen und die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Erklärung im Wortlaut

"Der Beginn des Frühlings ist gleichzeitig der Beginn der Motorradsaison. Die vielfältigen, kurvigen Strecken in Nordrhein-Westfalen laden Motorradfans vermehrt zu malerischen Ausflugstouren ein. Beliebte Motorradstrecken werden zum Freizeitvergnügen gerne auch in Gruppen befahren.

Dies kann leider zu hohen Lärmspitzen führen, die für Anwohnerinnen und Anwohner der Strecken eine Einschränkung ihrer Lebens- und Freizeitqualität bedeutet.

Damit die Saison auch für Anwohnerinnen und Anwohner in ihrem Garten oder auf der Terrasse idyllisch wird und sie in ihrer Freizeit Ruhe und Erholung finden können, appellieren die Ministerien für Verkehr und des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen an die Bikerinnen und Biker, durch ihre Fahrweise Respekt und Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu zeigen.

Dabei steht auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer im Fokus der nordrhein-westfälischen Landesregierung, denn besonders beim Motorradfahren im Straßenverkehr muss auch immer mit den Fehlern anderer gerechnet werden. Durch achtsames und vorausschauendes Fahren können Unfälle – gerade auch zu Lasten von Bikerinnen und Bikern – vermieden und so die Sicherheit aller Verkehrsbeteiligten erhöht werden.

Achtsames Fahren bedeutet auch klimafreundliches Fahren. Nur durch das Verringern von Emissionen wird es dem Verkehrssektor gelingen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Dabei trägt jeder noch so kleine Beitrag gleichermaßen zum Ziel der Klimaneutralität im Verkehrssektor bei.

Unser Ziel ist es deshalb, Bikerinnen und Biker nachhaltig dafür zu sensibilisieren, dass eine angemessene und umsichtige Fahrweise Lärmemissionen verringern, die Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner schützen, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöhen und das Klima schonen kann. Damit der Fahrspaß für alle Beteiligten nicht auf der Strecke bleibt."

Nun liegt es an der neuen Landesregierung gemeinsam mit dem BVDM das Konzept in der Modellregion Eifel umzusetzen.