Das Messeteam

Vom 24. bis 26. Januar 2020, ein Wochenende vor dem Elefantentreffen, und damit passend zum Terminkalender des BVDM, begann auch dieses Jahr wieder eine der größten und schönsten Regionalmessen im Bundesgebiet: die Motorradwelt Bodensee in Friedrichshafen. Für uns besonders interessant ist die Lage im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz, denn sie ermöglicht es uns, die Zusammenarbeit mit den Motorradfahrern in den Nachbarländern zu pflegen. Tatsächlich gelang es diesmal, einen Gemeinschaftsstand mit unseren Motorradfreunden von der IG Moto in Österreich (www.igmoto.com) und der IG Motorrad in der Schweiz (www.ig-motorrad.ch) aufzustellen. Das Angebot kam gut an. Sowohl die Freunde aus der Schweiz als auch aus Österreich waren beim Publikum sehr gefragt. Generell scheint bei den Motorradfahrern das Bewusstsein dafür, dass eine Interessenvertretung gegenüber der Politk dringend notwendig ist, zu wachsen. Wir wurden häufig für unsere Erfolge im Kampf gegen Streckensperrungen gelobt und nach Antragsformularen für eine Mitgliedschaft gefragt.

 

Besonders gefreut haben wir uns über Besuche von anderen Motorrad-Aktivisten. Darunter Mo Nagel von Mo's Bike Blog (www.mosbike.blog) und die Freunde vom deutschen RT-Forum (www.rt-freunde.de/).

Drei Motorräder mit fast einer Million Kilometern als Blickfang

Neben Informationen über die Arbeit unserer drei Verbände, hatten wir als Blickfang drei Motorräder mit besonders hohem Kilometerstand aufgestellt: Olaf (BVDM) hatte seine BMW R 1100 RT mit 408.000 Kilometern mitgebracht, Georg (IG Moto) seine BMW K100 RS mit 425.000 Kilometern und Christian (BVDM) sein Elektromotorrad Zero SR, das schon mehr als 110.000 Kilometer auf der Uhr hat. Christian ist außerdem im Verein "Electrify BW - Wir elektrifizieren Baden-Württemberg" aktiv (www.electrify-bw.de) und betreibt den Blog "Christian fährt elektrisch" (www.christian-jog.de). Das Interesse am elektrischen Motorradfahren nimmt zu. Für entsprechend interessierte Gäste war Christian ein gefragter Ansprechpartner.

 

Elektromobilität von Harley Davidson: die LifeWire.

 

Elektromobilität ist auf dem Vormarsch

Elektromobilität gab es auch sonst auf der Messe zu sehen. Harley-Davidson zeigte die LifeWire, die nun auch in Deutschland erhältlich ist. Die Maschine war mit dem Hinterrad auf der Rolle aufgebaut, so dass die Besucher den Antrieb laufen lassen konnten. So konnte sich jeder davon überzeugen, dass auch ein Elektromotorrad "Sound" produzieren kann. Hörbar, aber gemäßigt. So soll es sein. Zero Motorcycles zeigte das komplette Programm inklusive des neuen Streetfighters SR/F, der ab Februar 2020 durch den Tourensportler SR/S ergänzt werden wird. Piaggio zeigte die Vespa Elettrica, die nun auch als Leichtkraftroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h zu haben ist. SuperSoco zeigte ein elektrisch angetriebenes Leichtkraftrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und Wechselakku, und am Stand der Schwarzwälder Firma Schobba gab es lustige Elektromopeds mit dicken Reifen zu sehen.

LED-Licht ermöglicht eigenständiges Design

Bei den mit Benzin betriebenen Motorrädern ist der Trend zur LED-Beleuchtung unübersehbar. Besonders Yamaha versteht sich darauf, den Motorrädern der Marke mit kleinen LED-Scheinwerfern ein besonderes, neues Gesicht zu geben. Davon profitiert auch die neue Mittelklasse-Enduro Teneré 700, die jene Lücke schließt, welche die alten XT-Modelle hinterlassen haben. Eine weitere Neuheit unter den Enduros ist die Triumph Tiger 900, die die Mittelklasse-Enduros der Tiger-800-Reihe ablöst. Ein schön gestaltetes, allerdings recht breit geratenes Motorrad, das mit den ausladenden Orginalkoffern noch breiter wird. BMW wertet die Mittelklasse ebenfalls auf und zeigte die neue Tourensportmaschine F900 XR. Auch diese Maschine ist sehr schön gestaltet, aber mit ihren knapp geschnittenen Schutzabdeckungen wohl eher auf die Bedürfnisse von Schönwetterfahrern zugeschnitten. Allwetterfahrer, die sich auf die neue Suzuki V-Strom 1050 XT gefreut hatten, wurden enttäuscht: Suzuki war als einzige der großen Marken nicht in Friedrichshafen vertreten. Trösten konnten sie sich am Stand von Moto Guzzi, wo die V85 TT in einer neuen, eleganten Farbkombination gezeigt wurde.

 

Auch eine Münch Mammut TTS 1200 wurde auf der Messe gezeigt. Fotos: Flammer

 

Auch Liebhaber von Exoten kamen auf ihre Kosten

Liebhaber von Exoten durften eine der wenigen tatsächlich gebauten Münch Mammut 2000 bewundern. Wer sich dieses edle Stück damals nicht leisten konnte, muss nicht traurig sein, denn der Umgang mit diesem überschweren Motorrad ist echte Arbeit. Noch größer und schwerer war ein Einzelstück: das "Woodbike" von Ernst Eberhard aus Österreich. Die riesige Konstruktion ist weitgehend aus Holz mit eisernen Beschlägen aufgebaut und wird von einem 5 PS starken Dieselmotor aus einer Baumaschine angetrieben. Als Sitzplatz dient ein Pferdesattel.

Darüber hinaus gab es, wie immer in Friedrichshafen, ein breites Angebot an Bekleidung, Zubehör, Reiseveranstaltern und Clubs sowie Hallen-Motorradsport in verschiedenen Klassen. Der Abschlussbericht des Messeveranstalters meldete mit 325 Ausstellern und über 50.000 Besuchern einen neuen Rekord in beiden Kategorien. Die Popularität des Motorradfahrens ist ungebrochen!

 

Text und Fotos von Uwe Flammer

Bilder von der Motorrad Bodensee 2020