Nachdem die Mitgliederversammlung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), im vorigen Jahr Corona-bedingt digital abgehalten wurde, gab es nun eine Hybrid-Veranstaltung. Seit vielen Jahren vertrete ich den BVDM beim DVR. Etwa 55 Vertreter der Mitgliedsorganisationen waren vor Ort, also nur die Hälfte der sonst üblichen Zahl. Es war ein überschaubarer Kreis mit etlichen bekannten Gesichtern. Als ich in den Saal trat, wurde ich vom „neuen" Geschäftsführer des DVR, Stephan Grieger, persönlich als „Stammgast" der Mitgliederversammlung begrüßt. Das hat mich überrascht und gefreut. So bot sich auch direkt die Gelegenheit zum ersten Gespräch. Der BVDM möchte die bisherige „Berliner Erklärung zur Fahrzeugsicherheit" auf Motorräder ausweiten. Das erläuterte ich Stephan Grieger, dem DVR-Präsidenten Prof. Walter Eichendorff und Peter Schlanstein vom VOD. Man war von unserer Initiative begeistert und freut sich auf die Zusammenarbeit.

Viel Neues auf der Mitgliederversammlung

Es gab viel Neues auf der Mitgliederversammlung des DVR, dessen Geschäftsstelle von Bonn nach Berlin gezogen ist. Prof. Eichendorff dankte bei seiner Begrüßung den engagierten und zum Teil neuen Mitarbeitern.
Das Grußwort sprach der neue Präsident der BASt, Dr. Markus Oeser. Sein Vorgänger Stefan Strick war überraschend im Februar 2021 verstorben. Mit kooperativen intelligenten Verkehrssystemen (C-IST) soll allen Beteiligten am Straßenverkehr ein Informationsaustausch ermöglicht werden. Dort können auch Gefahrenstellen gemeldet werden. Dr. Oeser möchte zudem vermehrt Unfalldaten sammeln, um präventiv tätig zu werden.
Das Verkehrsministerium hat einen neuen Namen und heißt jetzt Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), das Digitale wurde vor den Verkehr gesetzt. Vertreten wurde das Ministerium, an dessen Spitze Volker Wissing (FDP) steht, durch Frau Karola Lambeck vertreten.

Schwerpunkt 2022 werden die Unfälle auf Landstraßen sein

Neben den üblichen Formalien, die in bekannter Einstimmigkeit erledigt wurden, gab es Ausblicke auf das nächste Jahr. Eine Zielgruppe sind Neu- und Wiedereinsteiger bei den Motorradfahrern. Ein weiterer Schwerpunkt für 2022 sind die Motorradunfälle im ländlichen Raum. Von den im Vorjahr 552 tödlich verlaufenden Motorradunfällen ereigneten sich 418 auf Landstraßen, nur 28 auf Autobahnen. Bei den Pkw sieht es anders aus. Von 1170 tödlichen Unfällen ereigneten sich 849 auf Landstraßen und 191 auf Autobahnen. Aber der Schwerpunkt Landstraße ist auch hier deutlich.

Verbesserung bei Verkehrsschauen angeregt

Verkehrsschauen werden nicht immer so durchgeführt, wie es in der Verwaltungsverordnung (VwV) zu Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgesehen ist, kritisierte der DVR. . Der DVR legt Wert auf den Sicherheitsaspekt der Infrastruktur und hat daher am 25.10.21 einen Beschluss „Verkehrsschau 2.0" auf Empfehlung des Vorstandsausschuss Verkehrstechnik gefasst.
Die E-Scooter und Pedelec Unfälle belasten die Unfallstatistik stark. Ein Anbieter von E-Scootern ist neues Mitglied im DVR. Ein Repräsentant war anwesend und meldete sich konstruktiv zu Wort. Touristen die häufig E-Scooter nutzen, kennen die deutschen Vorschriften oft nicht.

Tempolimits sind (auch) Ländersache

Einigen Anwesenden bereitete der Koalitionsvertrag mit der Absage an ein Tempolimit große Sorge. Nach ausgiebiger Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass Tempolimits zum Teil Ländersache seien. Nur ein generelles Tempolimit ist Bundesangelegenheit. Begründete Tempolimits verhängen die Länder oder Kommunen.

Die Reise hat sich gelohnt

Die Reise nach Berlin zur Mitgliederversammlung hat sich gelohnt, denn der kleine Kreis war wirklich effektiv. Gerade die wichtigen Repräsentanten des DVR und Personen, denen der DVR eben den Aufwand wert ist, waren dort. Der BVDM ist dem DVR als zuverlässiger Partner bekannt und wird auch weiterhin aktiv in den Gremien mitarbeiten, um die Unfallzahlen bei Motorradfahrern zu reduzieren.