Es geht auch leiser

BVDM startet zum Tag des Lärms am 28. April seine Sensibilisierungskampagne

Der Bundesverband der Motorradfahrer hat zum Tag des Lärms am 28. April 2021 seine Sensibilisierungskampagne zum Motorradlärm gestartet. Die Aktion soll Motorradfahrer zu einer geräuschärmeren und rücksichtsvollen Fahrweise in belasteten Gebieten motivieren. Dazu wurden von Studenten der ecosign-Akademie in Köln im Rahmen einer Semesterarbeit Entwürfe erarbeitet, die jetzt als Webbanner, Anzeigen- und Plakatvorlagen vorliegen und von allen Gemeinden und Interessierten kostenfrei verwendet und in Umlauf gebracht werden können. Der BVDM hat mit einer entsprechenden Pressekampagne auf diese Möglichkeit hingewiesen. https://bvdm.de/politik-und-leistungen/pressemitteilungen/2021/TagdesLaerms.php

Gesamtkonzept zur Lärmreduzierung erarbeitet

Die Sensibilisierungskampagne ist Bestandteil eines Gesamtkonzeptes zur Reduzierung des Motorradlärms und trägt den Titel „Es geht auch leiser". Das Konzept hat der Vorstand des BVDM dem Bundesverkehrsminister im Juli 2020 persönlich vorgestellt. Über die Inhalte wurden die verkehrspolitischen Sprecher der großen Bundestagsfraktionen ebenso informiert wie das Bundesumweltamt, der Lärmschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Verkehr- und Innenministerium Rheinland-Pfalz und das Verkehrsministerium NRW.

Vorschlag liegt auf dem Tisch - jetzt sind die Länder gefragt

Der Lösungsvorschlag des BVDM liegt auf dem Tisch, jetzt ist an den Bundesländern die Chance zu ergreifen und zu beweisen, dass sie tatsächlich etwas gegen den Verkehrslärm tun wollen und nicht einfach nur die Anwohner mit Worten oder Einzelaktionen vertrösten. Der BVDM hat als einziger ein erfolgversprechendes Gesamtkonzept vorgelegt, das bei den Ministerien auch breite Zustimmung, aber bislang keine konkrete Unterstützung fand. Die Lösung geht nur mit uns Motorradfahrern, nicht gegen uns. Das haben die Demonstrationen im vorigen Jahr, an denen sich rund 100.000 Motorradfahrer beteiligt haben, hoffentlich eindrucksvoll gezeigt. Verbote und Streckensperrungen, gegen die wir uns weiter mit Nachdruck wehren werden, lösen bekanntermaßen das Problem nicht, sie verlagern es nur.

Kreis Ahrweiler will Modellregion Nürburgring/Eifel von BVDM und Ortsbürgermeistern unterstützen

Ein Kernpunkt des Konzeptes sind die Modellregionen. Daher freut es den BVDM besonders, dass jetzt der Kreis- und Umweltausschuss der Kreises Ahrweiler einstimmig (bei Enthaltung der AfD) beschlossen hat, dass der Kreis die „Modellregion Nürburgring/Eifel zur Senkung von Motorenlärm und zur Erhöhung von Verkehrssicherheit" des BVDM und der Ortsbürgermeister rund um den Nürburgring zu unterstützen. Die Kreisverwaltung wurde beauftragt, mit den Verkehrsministerien in Bund und Land geeignete Projekt- und Finanzierungsstrukturen zu erörtern.

BVDM fordert Bund und Länder zur Unterstützung auf

Dass eine Reduzierung des Lärms nicht zum Nulltarif zu haben ist, sollte den Verantwortlichen in der Politik klar sein. Aber dort ist das Problem auch lange Jahre verschlafen worden. Der vom Bundesrat verabschiedete Forderungskatalog der Drucksache 125/20 war ein Schnellschuss, der allzu deutlich fehlendes Fachwissen und mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema offengelegt hat. Und ich sehe nicht nur die Bundesländern, ich sehe auch den Bund in der Pflicht, das Projekt und insbesondere die Modellregionen finanziell zu unterstützen. Es geht um den dringend erforderlichen Interessenausgleich zwischen dem Schutz der Anwohner vor übermäßigem Lärm und dem Recht der Motorradfahrer, ihre Maschinen straßenverkehrskonform zu bewegen. Neben Lärm und Gesundheit geht es hier auch um das Thema Verkehrssicherheit. Denn Motorradfahrer, die bewusster fahren und darauf achten, niemanden unnötig zu belästigen, sind auch sicherer unterwegs und weniger in Unfälle verwickelt.
Wir sind ganz sicher Teil des Problems, vor allem aber der entscheidende Teil der Lösung.