Gruppenfoto FEMA JHV 2017

Im abgelaufenen Jahr seit der Jahreshauptversammlung des BVDM im April 2016 hat sich auch auf europäischer Ebene der Interessenvertretung für Motorradfahrer einiges getan. Bei den persönlichen Meetings der nationalen Mitgliedsverbände im Juni und Oktober 2016 sowie bei der Jahreshauptversammlung der FEMA im Februar 2017 war der BVDM immer vertreten. Dazu wird der Informationsaustausch zu unterschiedlichsten Themen in der Zeit zwischen den Meetings intensiv per Internet betrieben.
Die zentralsten Themen, die die FEMA und uns europäische Motorradfahrer schon über lange Zeit und natürlich auch im abgelaufenen Jahr begleitet haben, sind die Verkehrsinfrastruktur, die Umweltverträglichkeit von Motorrädern sowie Fahrerassistenzsysteme und die Kommunikation zwischen Fahrzeugen mit entsprechenden Assistenzsystemen. Da es der FEMA immer darum geht, dass Motorradfahren nicht über Gebühr teuer und in hohem Maße von den Behörden erschwert wird, setzt sie sich in Arbeitsgruppen entsprechend dafür ein. Natürlich soll Motorradfahren sicherer und sauberer werden, aber das nicht auf Basis von immer mehr Einschränkungen. Eine Forderung in diesem Zusammenhang ist beispielsweise, dass zukünftig auch schon im Rahmen von Euro4 die Motorradhersteller den Normverbrauch mit angeben müssen für Neufahrzeuge, da nur so der Käufer einen guten Einblick hat, was er für ein Produkt kauft und inwiefern es umweltfreundlich ist. Durch einen Mobilitätstest, der von uns allen durchgeführt werden kann, soll ein Vergleich zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln angestellt werden, um die Vorzüge des motorisierten Zweirads zu zeigen. Details hierzu wird es in Kürze geben.
Einen Zeitenwechsel hat die Jahreshauptversammlung der FEMA im Feburar 2017 mit sich gebracht. Rolf „Hilton" Frieling ist nicht mehr im Vorstand der FEMA. Er sich auf eigenen Wunsch nicht mehr als Kandidat aufstellen lassen. Wir müssen abwarten, was das für uns deutsche Verbände bedeutet. Da aber eine sehr familiäre und kooperative Stimmung zwischen den FEMA-Mitgliedern herrscht, sollten keine negativen Folgen erwartet werden. Der BVDM nutzt die FEMA-Meetings traditionell, um sich mit den anderen Verbänden in Europa über Mittel und Wege zur Stärkung der eigenen Position und über Nachwuchsarbeit auszutauschen. Als Referent für Europapolitik, aber auch Jugendarbeit konnte der Autor viele Ideen sammeln, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden müssen.
Die Arbeit der FEMA wurde zusätzlich durch den hauptamtlichen Pressesprecher Wim Taal gestärkt, der nun seit knapp einem Jahr aktiv ist. Durch ihn hat sich die Präsenz der FEMA in der europäischen Motorradfahrer-Community deutlich erhöht. Auch hiervon können wir als BVDM für Deutschland lernen.
Seit dem Herbst 2016 hat die FEMA ein neues Mitglied, namentlich den CMRC aus Zypern. Dieser Club setzt sich auf Zypern für die Rechte von Motorradfahrern ein. Auch sucht die FEMA, um die eigene Position in Brüssel zu stärken, vermehrt die Kooperation mit anderen Dachverbänden. So gibt es eine starke inhaltliche Zusammenarbeit mit der FIM. Diese steht nämlich nicht mehr nur für Motorsport, sondern vertritt aufgrund der eigenen Mitgliedsverbände auch Motorradfahrer im öffentlichen Verkehr. Im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, die sich mehrfach im Jahr trifft, wird das gemeinsame Vorgehen besprochen. Außerdem gibt es eine Sammlung gemeinsamer Positionspapiere von FEMA und FIM. Zuletzt wurde darüber hinaus mit dem europäischen Dachverband für Veteranenfahrzeuge über ähnliche Positionen gesprochen.

Eine persönliche Anmerkung des Autoren zum Schluss: Dank des FEMA-Sommertreffens im Juni 2016 in Finnland kann ich nun bestätigen, dass es dort wunderschöne Motorradstrecken gibt. Süd-Finnland ist voll von kurvigen Straßen, die in einem super Zustand sind. Es ist mit Sicherheit mal eine Reise wert.