Das Verwaltungsgericht München hat in der Sache Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM e.V.) gegen den Landkreis Rosenheim wegen der einseitigen Sperrung der Sudelfeldstrecke (B 307) für Motorradfahrer einen Gerichtstermin festgesetzt. Es gibt am Mittwoch, 29. Juli 2026, einen Ortstermin, wo sich das Gericht die Strecke anschaut. Danach wird in der Gemeinde Oberaudorf der Verhandlungstermin stattfinden.

Der BVDM begrüßt ausdrücklich, dass die Klage zugelassen wurde, und sich das Gericht vor Ort ein Bild machen will. Der Verband als die Interessensvertretung der Motorradfahrer in Deutschland, setzt sich dafür ein, dass Motorradfahrer mit legal zugelassenen Motorrädern unter Beachtung der Straßenverkehrsordnung, jederzeit alle Straßen befahren dürfen. Die Missachtung der Verkehrsregeln, die Manipulation von Fahrzeugen, Raserei und das „Posen“ lehnt der BVDM ebenso ab, wie einseitig gegen Motorradfahrer gerichtete Maßnahmen. Der Verband fordert generell ein rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr und setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1958 intensiv für mehr Verkehrssicherheit ein.

Streckensperrungen diskriminieren die Mehrheit der Motorradfahrer und lösen keine Probleme

Motorrad-Streckensperrungen diskriminieren die große Mehrheit der Motorradfahrer, die sich an die Straßenverkehrsordnung (StVo) hält. Die Verwaltungs- und Ordnungsbehörden sind aufgefordert, die kleine, aber auffällige Minderheit derjenigen, die die StVo missachten mit polizeilichen Mitteln und durch geeignete technische und bauliche Maßnahmen „in den Griff“ zu bekommen. Dabei steht der BVDM gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Leider müssen wir in jüngster Zeit verstärkt feststellen, dass in den verschiedensten, teils auch bislang seriösen Medien, verstärkt negativ über Motorradfahrer berichtet wird. Angefangen von Polizeipressestellen, die bei Berichten über Kontrollen nicht alle Zahlen veröffentlicht haben, so dass ein völlig falsches Bild der tatsächlichen Beanstandungen entstanden ist, bis hin zu Sendungen und Berichten über den Motorradhersteller KTM, wo eine Recherchenetzwerk einen angeblichen Skandal und Manipulationen aufgedeckt haben will. Wer genauer hinsieht erkennt allerdings schnell, dass der einzige Skandal daran ist, dass sonst eigentlich seriöse Medien, hier unzureichend recherchiert bzw. berichtet haben. Allein die genannten Zulassungszahlen stimmen nicht. Es wird ebenso verschwiegen, dass es sich um Wettbewerbsmaschinen handelt, die für die Straßenzulassung gedrosselt werden, weil für manche Wettbewerbe diese Zulassung erforderlich ist. Wenn diese Fahrzeuge ungedrosselt auf der Straße bewegt werden, ist das illegal, aber nicht Sache des Herstellers oder des Händlers, sondern des Halters. Von Skandal kann keine Rede sein.

Anfeindungen und negative Berichterstattung nehmen zu

Motorradfahrer werden immer mehr zum Feindbild stilisiert, Ausdrücke wie „Lärmterroristen“ gezielt verbreitet, um negative Stimmung gegen Motorradfahrer zu machen. Immer mehr Streckensperrungen sind ein deutliches Zeichen dieser Entwicklung. Die Motorradlärm-Gegner, die eben nicht allgemein gegen Verkehrslärm, sondern ausschließlich gegen Motorradfahrer vorgehen, haben sich längst organisiert und immer besser vernetzt, zahlreiche Kreise und Kommunen haben sich angeschlossen und machen entsprechenden politischen Druck und öffentliche Stimmung gegen das Motorradfahren.

Nun gibt es Motorradfahrer, die sagen, Streckensperrungen sind mir egal, fahre ich halt woanders lang. Dann stellt sich allerdings die Frage, wie lange sie das auf attraktiven Strecken noch tun können, denn das Modell der Sperrungen für Motorradfahrermacht bundesweit immer mehr Schule, irgendwann gibt es dann keine attraktiven Strecken, die noch ohne Einschränkungen befahrbar sind. Beliebt ist auch das Argument, dass man sich das nicht gefallen darf und sich wehren soll. Es gibt doch den BVDM, soll der doch etwas machen, bei uns macht er aber nichts. Ich kann dazu nur sagen, wer seine Rechte bewahren will, muss etwas dafür tun. Der BVDM verfügt aktuell weder über die finanziellen noch über die personellen Mittel, um gegen die zahlreichen Sperrungen juristisch, politisch oder mit Demonstrationen vorzugehen, er macht das an ausgewählten Strecken, denn den Aufwand und die Kosten trägt der Verband allein. Der Erfolg hinterher hat dann plötzlich wieder ganz viele Väter.

Der BVDM setzt bei seinem Kampf gegen Streckensperrungen auf die Unterstützung der Motorradfahrer

Wer etwa gegen Streckensperrungen tun will, hat eine ganz einfache Möglichkeit, er wird Mitglied im BVDM und unterstützt den Verband mit seinem Jahresbeitrag in Höhe von 48 Euro bei seiner Arbeit. Darüber hinaus kann jedes Mitglied vor Ort selbst aktiv werden, der Vorstand und die jeweiligen Referenten oder regionalen Ansprechpartner unterstützen gerne dabei. Wir jammern nicht, wir handeln, dazu brauchen wir aber deutlich mehr Unterstützung. Wer dazu nicht bereit ist, muss sich nicht wundern, wenn die negative Stimmung weiter zunimmt und immer mehr Strecken gesperrt werden.

Also nicht jammern, sondern BVDM-Mitglied werden.