Kaffee statt Knöllchen

Der Feldberg im Hochtaunuskreis ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer aus dem Rhein-Main-Gebiet und sogar weit darüber hinaus. Wunderschöne Landschaft, traumhafte kurvenreiche Landstraßen und eine gute Qualitäts-Gastronomie laden die Biker zum „Gipfel-Sturm“ ein. Auf 881 Höhenmeter treffen sich auf dem Feldberg-Plateau Biker jeder Colour zum Plauschen bei Kaffee, Bratwurst oder Zigarette.

Leider ist dieses „Biker-Paradies“ nicht ohne Probleme. Einige wenige Motorradfahrer fahren extrem schnell, sie gefährden die Verkehrssicherheit in dieser dichtbesiedelten Region. Einige andere nutzen das Drehzahlband ihrer Motoren extrem aus und weitere haben Schalldämpfer montiert, die nicht der StVO genügen. So sorgen diese für eine unzumutbare Lärmbelästigung der Anwohner.

In der Konsequenz gab es im letzten Jahr eine testweise Strecken-Sperrung für Motorräder, eine dauerhafte Sperrung droht. Der BVDM hatte in 2019 eine große Demonstration organisiert, verbunden mit der Übergabe einer Protestnote an den zuständigen Landrat.

Aber wir vom BVDM demonstrieren nicht nur gegen Streckensperrung, wir haben auch zugesagt auf die Biker ein zu wirken, die sich unsozial verhalten. Eingelöst haben wir dieses Versprechen am 23. August. In einer Aktion“ Kaffee statt Knöllchen“ auf dem Parkplatz „Sandplacken“ – kurz vor der Feldberghöhe. Abgestimmt und koordiniert mit der örtlichen Polizei, hat der BVDM die Biker angesprochen, die aufgrund von Verkehrsverstößen „heraus gewunken“ wurden. Bei einer Tasse Kaffee wurden sie angesprochen, Rücksicht zu nehmen. „Dialog und Einsicht“ war die Parole. Die Polizei hatte in der weit überwiegenden Zahl „ein Auge zugedrückt“. Zwei Motorräder mussten wegen dem Erlöschen der Betriebserlaubnis an Ort und Stelle stillgelegt werden.

Götz Rinn, BVDM ( Dritter von rechts) im Gespräch mit Polizei und Journalistin

Unsere Aktion war nicht zu Letzt deshalb erfolgreich, weil wir vom BVDM örtliche wichtige Funktionsträger aus Politik und Ordnungsbehörde eingeladen hatten. Und weil die Koordination mit der Polizei (bis hin zu abgestimmten Presseerklärungen) vorbildlich von Götz Rinn (BVDM) organisiert wurde. Wir konnten seitens des BVDM in sehr guten Gesprächen Verständnis für einander wecken, und eine gute Basis für weitere Gespräche aufbauen. Der Eindruck ist entstanden, dass – vermutlich - eine Streckensperrung nicht mehr zur Diskussion steht. Nicht zuletzt hatten wir eine sehr gute, flächendeckende Resonanz in der regionalen Presse. Das Image des BVDM (und das der Motorradfahrer generell) hat durch diese Aktion nachweislich gewonnen. Die fleißigen Helfer auf Seiten des BVDM waren (in alphabetischer Reihenfolge): Olaf Biethan, Uwe Flammer, Karin Karrasch, Rainald Mohr, Götz Rinn (der Organisator der Aktion) und weiterhin der Biker-Freund Horst Becker. Wer sich für die gesammelten Presseartikel interessiert, oder wer Rat und Tat für eine vergleichbare Aktion einholen möchte, wende sich gerne an Rainald Mohr (ramohr@t-online.de)

Text und Bild: Rainald Mohr, BVDM e.V.  

 

Einen geplanten Besuch erhielt die Orgacrew noch durch David Frey, Mitmacher bei der Rennleitung110. Da sieht man wieder die gemeinsamen Kontakte untereinander bewegen etwas.