Pressemeldung
Der BVDM sieht die Ankündigung temporärer Streckensperrungen im Feldberggebiet nur für Motorräder als Affront

 

Mit Entsetzen, Enttäuschung und Verärgerung hat der „Bundesverband der Motorradfahrer“ (BVDM e.V.) die Verkündung des ersten Kreisbeigeordneten des Hochtaunuskreises, Thorsten Schorr, dass 2022 temporäre Streckensperrungen ausschließlich für Motorräder im Feldberggebiet geplant sind, zur Kenntnis genommen.

Diese Maßnahmen sollen auf der Basis einer dürftiger Datenlage (nach Analyse einer testweisen Streckensperrung im Jahr 2019) angeordnet werden. Zielsetzung ist eine Reduktion der Lärmemission an jeweils dem zweiten Wochenende im Monat, im Zeitraum April bis Oktober.

Der BVDM kritisiert diese Maßnahmen aus mehreren Gründen: Zum einen hat der BVDM bereits im März 2021 (vor Beginn der Motorradsaison) sowohl den Landrat als auch die Bürgermeister von Schmitten und Oberursel, sowie alle Parteien des Kreistages angeschrieben und konstruktive, wirksame Maßnahmen zur Problemlösung vorgeschlagen, und um ein Gespräch gebeten. Dieser Bitte um ein Gespräch ist die Politik nie nachgekommen, der Brief wurde auch nie beantwortet. Deshalb interpretiert der BVDM die heutige Ankündigung von Thorsten Schorr auch nicht als „Kompromiss“ (wie dieser behauptet), sondern als einen „obrigkeitsstaatlichen“ Affront. Ohne jegliches Bemühen um Einbindung der Bürger in eine Problemlösung.

Weiterhin begründen Thorsten Schorr und die Bürgermeisterin von Schmitten, Julia Krügers, diese temporäre Streckensperrung als „Lärmpause“. Diese Interpretation hält der BVDM für nicht glaubwürdig. Die Analyse der präsentierten Testergebnisse hat ausdrücklich gezeigt, dass der Lärm nicht „pausiert“, sondern in andere Gemeinden (z.B. Königstein) verlagert wird. An den Wochenenden, an denen die Strecken nicht gesperrt sind, wird der Lärm weiterhin – vermutlich dann sogar verstärkt – präsent sein. Denn die Motorradfahrer werden voraussichtlich mit ihren Fahrten auf genau diese Wochenenden ausweichen.

Der BVDM hat sehr großes Verständnis für das Anliegen lärmgeplagter Anwohner durch illegales Verhalten einiger Motorradfahrer. Deshalb engagiert sich der BVDM auch nicht für eine sogenannte „temporäre Pause“ als Problemlösung, sondern für eine dauerhafte und nachhaltige Reduktion der Lärmemissionen.

Der BVDM e.V. wird die temporäre Streckensperrung durch den Landrat des Hochtaunskreises (sollte sie wie angekündigt realisiert werden) juristisch prüfen und nach einer Prüfung gegen diese Maßnahme vor Gericht gehen. Gleichzeitig aber streckt der Verband, der die Interessen von mehr als 20.000 Motorradfahrern vertritt, nach wie vor die Hand zu einem konstruktiven Dialog und alternativen, wirksameren Maßnahmen zur Problemlösung aus.

Den offenen Brief mit unseren Lösungsangeboten, den wir bereits im März 2021 an die politischen Verantwortlichen gesendet hatten, haben wir dieser Presseerklärung beigefügt.

 

Hier finden Sie  unser Thesenpapier zur Problemlösung, welches wir an die lokale Politik gesendet hatten:

Thesenpapier Problemlösung Verkehrs-Lärm Feldbergregion-Hochtaunskreis