Das Thema Lärm und kein Ende

Mit dem WDR auf Filmtour in der Eifel

Auf Anfrage des WDR war ein Team des BVDM mit Nicole, Heinrich, Olaf und Michael in der Eifel unterwegs. Der Fernsehteam drehte für einen Beitrag zum Tourismus in der Eifel. Und dabei spielen die Themen Motorenlärm und Motorradfahrer als Wirtschaftsfaktor eine Rolle.

Die verantwortliche Redakteurin hat im Vorfeld aufwendig recherchiert, geeignete Strecken erkundet und einen ausführlichen Drehplan erstellt. Wir starteten in Heimbach, wo Aufnahmen an einem Lärmdisplay gemacht werden sollten. Doch das war leider außer Betrieb. Während einige Länder wie etwa Hessen, die Kommunen bei der Anschaffung der Displays finanziell unterstützen, ist das in Nordrhein-Westfalen noch nicht der Fall. Die Wirksamkeit der digitalen Hinweise ist messbar, wenn diese richtig eingestellt sind. Das war bei einem Lärmdisplay in Simmerath nicht der Fall. Es zeigte alle Motorräder als zu laut an, auch ein Elektro-Motorrad. Das haben Recherchen von Moto e.V. ergeben. Dass dieses Display ausgerechnet in der Gemeinde Simmerath steht, in der der Vorsitzender des Vereins Silent Rider, Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister war, sorgte in der Motorradszene für viele Fragezeichen und Vorwürfe. Denn Hermanns veranlasste die Aufstellung und war damit  auch für die Kalibrierung verantwortlich. Hinweise, dass das Gerät nicht in Ordnung war, gab es schon früh, unternommen wurde aber nichts. Laut eines Artikels in der Zeitschrift Motorrad, Ausgabe 14/2021, hat der aktuelle Simmerather Bürgermeister Bernd Goffart das Display überprüfen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass es nur mit einem Grenzwert für Motorräder, nicht aber für Pkw und Lkw eingestellt war. „Das sei ,vollkommen daneben und inzwischen auch geändert‘ schimpfte Simmeraths Bürgermeister“, schreibt die Zeitschrift.

Das Display in Heimbach zeigte jedenfalls an diesem Tag gar nichts an. Weiter ging es mit dem Kamerateam zum Rursee, wo an einem Motorradfahrer-Treffpunkt Interviews durchgeführt wurden. Nach verschiedenen Stopps für Aufnahmearbeiten ging es Richtung Panoramastraße, die seit geraumer Zeit ein Hotspot für Motorad- und Autoposer ist. Die Strecke macht immer wieder Schlagzeilen. Über mögliche Maßnahmen zur Entschärfung der Situation wird der BVDM im Rahmen eines Runden Tisches mit Landrat Wolfgang Spelthahn sprechen.

 

Auf der Strecke dorthin überholten uns in einem 50er Bereich drei niederländische Motorradfahrer, einer davon mit hörbar manipulierter Auspuffanlage. In dem 50er Bereich auf der Landstraße wird regelmäßig geblitzt, so auch an diesem Tag. Kurz darauf wurden die Niederländer von der Polizei angehalten. Sie waren deutlich zu schnell und es war erkennbar, dass eine Auspuffanlage komplett ausgeräumt war. Im Gespräch mit der Polizei wurde klar, dass es zum einen deutlich zu wenig Personal gibt, um intensiv und regelmäßig zu kontrollieren, zum anderen aber auch, dass es einen großen Schulungsbedarf bei der Polizei gibt. Längst nicht alle Möglichkeiten, die der Gesetzgeber bietet, werden auch ausgeschöpft. Das Kamerateam filmte die Kontrolle und interviewte die Polizeibeamten, die vorher schon an der Panoramastraße im Einsatz waren.

Poser kommen, wenn die Polizei weg ist

Offensichtlich hatte es sich herumgesprochen, dass die Beamten weg waren, denn einige Motorradfahrer fuhren die Strecke immer wieder auf und ab und ließen sich in den Kurven in möglichst großer Schräglage filmen und fotografieren. Problembewusstsein in Sachen Sicherheit und Lärm? Fehlanzeige! Sie verstießen dabei nicht gegen die Straßenverkehrsordnung, sagten sie dem Kamerateam. Dass das nicht stimmt, wissen sie offensichtlich schon, denn wenn die Polizei dort kontrolliert, verzichten sie auf diese Fahrmanöver, die im öffentlichen Straßenverkehr nichts verloren haben. Genau solch rücksichtsloses Verhalten verursacht an vielen Punkten die bekannten Probleme mit Anwohnern, führt zu Unfällen und oft auch zu Streckensperrungen. Die Poser scheint das alles nicht zu kümmern, sie fahren dann halt woanders lang oder, wenn das Motorradfahren immer weiter eingeschränkt wird, suchen sie sich eine andere Freizeitbeschäftigung, wo sie ihr Ego ohne Rücksicht ausleben.

 

Mehr Kontrollen erforderlich und besser geschulte Beamte

Das Kamerateam erlebte an diesem Tag alle Facetten des Motorradfahrens, die schönen positiven aber leider auch die negativen Seiten. Uns haben die Erlebnisse darin bestärkt, weiter deutliche Maßnahmen der Innenminister als oberste Dienstherren der Polizei zu fordern. Auf Einsicht ist bei Rasern und Posern nicht zu hoffen. Sie müssen für ihr Verhalten entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden. Dazu sind leider mehr gut geschulte Polizeibeamte und mehr Kontrollen erforderlich.

Auf unserer Homepage und in unserem Blog werden wir berichten, wann der WDR den Beitrag ausstrahlt, wir sind jedenfalls gespannt.