Pättgesfahrt
Orientierungsfahrt auf kleinen Nebenstraßen


Bericht zur Pättgesfahrt von Claudia F.

Die grauen Nebel hat das Licht durchdrungen

Wie in jedem Jahr freuten wir uns auf die Pättgesfahrt und blickten auch wie jedes Jahr auf den Wetterbericht. Peter hat ja bekanntlich ein gutes Verhältnis zum Wettergott bzw. zu meteorologischen Begebenheiten. Bisher schob er die Wolken für uns weiter, so dass ein bevorstehendes Unwetter gar nicht, nachts oder irgendwann später erschien. In diesem Jahr waren tropische Temperaturen von über 30 Grad Celsius vorhergesagt und ich wusste nicht, was ich da auf dem Motorrad anziehen sollte. Aber Peter hat es gerichtet und so zog stattdessen eine Kaltfront durchs Land. Was waren wir froh über unsere Motorradklamotten. Es gab sogar ein paar Regentropfen, die an mein Fenster klopften. Danke Peter für die gute Vorbereitung. Nach und nach trudelten die ersten wagemutigen Teilnehmer der Orientierungsfahrt ein und versammelten sich im Hofe des Landgasthauses Nolte. Es gab wie immer leckeres Essen und das Bier schmeckte sogar wieder dem Nordkapp-Bezwinger Marco. Erste Rufe nach „the machine" schallten durch die Nacht........nein, diesmal war nicht unser Held Ingo gemeint, seine Zeit war noch nicht da. Erstmal dachten alle an die Versorgung mit Alkohol. Niemand hatte die Pipeline zum Erwitzer gekappt oder die Destille annektiert. Die „Maschine" ist ein Schnapsroulette, welches voll elektronisch Erwitzer in Gläschen dosiert, so dass die wohl geneigten Trinkgenossen genauso voll werden, wie die Gläser. Wir fanden jedoch an diesem Abend keinen Freiwilligen, der die Maschine ordern wollte. Ingo und Stefan K. behalfen sich mit einigen Solo Bestellungen an gebrannten Varianten. Mehr oder weniger voll wankten wir ins Bett. Es wurden Wetten abgeschlossen, ob Ingo den Weg aus demselbigen am nächsten Morgen schaffen würde. Kirsten hatte die Verantwortung bekanntlich niedergelegt.

Peter schickt uns auf den Strich

Da es kein Spätstück gibt, hatten wir ein leckeres Frühstück,.......außer Ingo. Frühaufsteher Marco hatte bereits die erste Wanderung hinter sich gebracht. Peter erfreute sich an Kakao und Nutella und brach dann auf, um seine Vorbereitungen zu treffen. Ingo war das wohl egal, er drehte sich nochmal um. Kirsten mundete es aber auch alleine.

Nachdem wir uns wieder im Hof niedergelassen hatten (außer Ingo), kamen noch etliche Tagesfahrer, nicht ohne Fahrschein, aber ohne Übernachtung und gesellten sich zu uns. Jupp-hei-di Jupp-war-da. Es freute uns besonders, dass Mr.X, formerly known as Jupp, wieder gut erholt und gelaunt dabei sein konnte. Peter war wieder da und verteilte unsere Aufgaben, die es zu lösen galt. Diesmal hielt er keine Ansprache auf Englisch. Sein Italienisch ist dürftig und sein Kölsch lausig, er trinkt ja nicht mal welches. Es gab schnell die ersten ratlosen Gesichter. Es gab die üblichen Ratschläge, lesen hilft und schaut genau hin. Wir hatten eine Chinesenrallye zu absolvieren, in der sich drei Sonderaufgaben aufhielten. Dort sollten wir Pfeile oder Striche abfahren. Oh, warum nur sind die denn bei den Profis gestrichelt? Anneli monierte, nein, das ist ja viel zu einfach und sowas kommt bei Peter nicht vor. Dann kam endlich der Geistesblitz, dass die Striche wohl einzelne Pfeile sein sollten, nachdem man sie das erste mal durchfahren hatte. Nun ergab sich auch für Anneli eine neue Strecke. Sie lieh uns Lineal und Rädchen zum abmessen. Jürgen, mein Mann, Anneli und Ich hatten nach dem zehnten mal Rechnen, zwei Strecken, die gleich lang waren und vermuteten dort irgendwo einen Baumaffen. Peter hob unwissend und ungerührt die Augenbrauen. Später erfuhren wir von der Eliminierung des armen Baumaffen. Auch Marco wunderte sich über die komischen Strichelchen. Zwischenzeitlich hatte es Peter geschafft, Ingo vor seinem Bett heimzusuchen und durch welche Motivation auch immer zum Mitfahren zu überreden. Mit zusammengekniffen Augen erschien Ingo, wunderte sich kurz, dass es schon morgen war und machte sich bereit. So wirklich Zeit zur Vorbereitung hatte er jedoch nicht. Nach ausführlichen Diskussionen der Teilnehmer untereinander konnte es dann losgehen.

Rechte und unrechte Baumaffen

Der fesche Axel hat bekanntlich vier Frauen, wovon drei seine schönen Töchter sind. Zwei davon haben schon ein richtiges Motorrad. Nach langem Zaudern wollten sie es doch einmal alleine versuchen, Peters Ori zu meistern. Papa ließ es sich aber nicht nehmen, die Motorräder in Reihenfolge des Alters der Töchter in Startposition aufzustellen. Ordnung muss sein. Dann konnte es losgehen und wir starteten nacheinander. Wir fuhren eine Weile hinter den Mädels her. Sie machten schon mal eine sehr gute Figur auf ihren Mopeds und rollten durch die Sonne. Irgendwo hielten sie dann zwecks Beratung an. Auch Ingo tauchte auf und gesellte sich zu den Mädels. Wir fuhren weiter und fanden dann den Einstieg in die erste Sonderprüfung. Hier sahen wir schon die ersten Touristen, die uns entgegen kamen oder wild hin und her kreuzten. Da ich ja bekennender Baumaffenfetischist bin, wollte ich das schöne rote I aufschreiben, welches am Baum prangte. Weiter um den Baum herum hing noch ein B. Ich wurde jedoch fast brutal von meinem Mann abgeworfen, denn das I befand sich auf der linken Seite und gehörte den Touristen. Traurig schrieb ich das R auf, was rechts unten am Straßenrand stand. Später erfuhr ich, dass auch Marco sich in das I verliebt hatte und das R verschmähte. Ich sah später noch mehr Baumaffen, die aber alle erst später dran waren. Sie mussten halt auf mich warten, schluchz........ Irgendwo sah ich Ingo vorbeiflitzen, der etwas orientierungslos wirkte. Too much whine and too much song, I wonder how I got along. Irgendwann trafen wir auf den fröhlichen Reinhard, der unsere Zeit abnahm und unsere Buchstaben absegnete. Hier kamen uns einige Teilnehmer entgegen, ob das wohl richtig war? Marco wollte lieber nicht bei Reinhard vorbeigekommen. Zu gefährlich. Er mag jetzt lieber Elche. Irgendwo trafen wir Axel und Iris, die sehnsüchtig auf ihre Mädels warteten. Sie verirrten sich nicht im Wald, liebe Eltern, sondern eher im Feld und dort waren keine Brotkrumen ausgestreut, sondern Baumaffen. Aber alle sind heil und fröhlich geblieben. Sie waren jedoch der Meinung, dass sie den Einstieg in eine der Sonderprüfungen nicht gefunden hätten. Peter war der Meinung, sie seien doch dort gefahren. Man weiß es nicht...... Wir kamen an die Stelle, wo wir zwei gleich lange Wege errechnet hatten. Auf freiem Feld konnte ich nirgends einen Buchstaben erspähen. Wir entschieden uns dann für eine Strecke. Später sah ich den feixenden Peter im Feld stehen. Mein Mann fuhr aber in die andere Richtung, Peter war noch nicht dran und ein wirklich hübscher Baumaffe war er auch nicht. Nach einer Ewigkeit erreichten wir ihn dann doch und bekamen ein Autogramm.

Schmatzen, schwatzen und ein Wespenstich ohne Sahne

Wir fuhren durch wirklich kleine Pättges und durch Wälder, idyllische Orte, sonnten uns mit Anneli und Jürgen an der 1000jährigen Eiche ( soviel Zeit muss sein ). Es gab lange Strecken ohne Schilder, ich zweifelte schon an meiner Aufmerksamkeit, aber dann war es soweit. Die Kuchenkontrolle wurde erreicht. Es standen auch schon unsere Mitstreiter in großer Zahl dort rum. Also war unsere Strecke wohl richtig. Inge hatte mal wieder selbst gebacken und hatte die Eck in der Konditorei hinter ihrem E Auto aufgebaut. Hier konnten wir uns laben und erholen, Frust oder Freude austauschen. Wir erfuhren, dass der arme Ingo lost in Paradies war und sich im Langasthof ausruhte und auf den Abend freute. Ricardo war auch ein wenig abhanden gekommen, tauchte aber dennoch bei der Kuchenkontrolle auf. Mr. X war ein klein wenig ungehalten, weil er sich verstrichelt hatte. Nach dem köstlichen Mal hatten wir noch circa 75 km zu fahren, die sehr angenehm waren. Leider verflog sich irgendwo eine böse hinterhältige Wespe in den Ärmel meiner Motorradjacke. Dort war es wohl nicht schön für sie und sie hat mich gestochen. Mein Mann wunderte sich über meine Zuckungen. Nein, ich hatte keinen spätberufenen Baumaffen gesehen. Es tat nur ein wenig weh........

Die Verkündigung

Wir kamen alle heil wieder in Erwitzen an. Ich verschwand erstmal unter der Dusche. Ich weiß nicht, was die Anderen ohne meine Unterstützung in der Zeit getrieben haben, die Stimmung war jedoch gut, als ich wieder kam. Es gab schon wieder etwas Gutes zu Essen und Ingo traute sich endlich die Maschine anzufordern. Er tönte, dass die erste Flasche auf ihn ginge. Der Gastwirt hatte jedoch Erbarmen und das Getränk ward ein Geschenk. Peter arbeitete fleißig bis zum amtlichen Endergebnis am Laptop. Die Ergebnisse der Touris sollten wie immer mit dem letzten Platz beginnend verlesen werden. Da sprang Ingo mit ungeahnter Sportlichkeit von seinem Sitz hoch, riss die Arme in Siegermanier hoch, bevor er sein Haupt demütig nach unten neigte, und Bingo Ingo, er hatte den letzten Platz belegt. Wir einigten uns schnell, dass er sich noch mehrmals am Abend ausführlich bedanken würde. Derweil konnte die Maschine ihre Arbeit verrichten und kreisen. Peter lobte besonders die Mädels Nina und Sarah für ihre Leistung, die Strecke abzufahren. Sie hatten fast alles richtig gemacht. Sahra war die beste jüngste Teilnehmerin. Auch die Lucy verhalf ihrem Papa zum Sieg und hat ein dickes Lob verdient. Gewonnen hat außerdem der bescheidene Stefan. Er mochte auch nicht aufspringen. Das muss ihm Ingo mal beibringen! Bei den Profis war es übersichtlich, mangels zahlreicher Teilnehmer. Wir erfuhren, dass wir alles richtig gemacht hatten. Ich ahnte es schon, wir waren zu langsam. Aber Jürgen und Anneli, die auch alles richtig gemacht hatten, waren pünktlich! Und das beste Ehepaar des Tages. Alle Achtung, niemand hatte blaue Augen und Jürgen durfte sich an der Maschine bedienen. Congratulation! Anneli bekam ein Sparschwein. Vielleicht für Heizkosten in diesem Jahr. Eine sinnvolle Investition. Das einzige, was mich traurig gemacht hat, war, dass ich dieses Jahr kein von Inge liebevoll ausgesuchtes Schwein bekommen habe. Inge, ein winziges Marzipanschweinchen.....???? Für das zweite Plätzchen?

Das Fazit ist, das Wetter stimmte, die Leute stimmten, das Essen und die Maschine stimmten, die Pättges durften sich auch so nennen. Weil Jürgen, Anneli und wir alles richtig gemacht hatten, träumt Peter nun von verschärften Bedingungen im nächsten Jahr. Achja, Ingo bedankte sich ausführlich bei Peter und Inge für ihre Arbeit. Und Ingo ist der beste Bedanker unter dem Herren. Es ist ihm ein Anliegen, die Menschen für ihr Engagement zu würdigen. Und das musste mal gesagt werden! Am nächsten morgen hatten wir nochmal ein tolles Frühstück, außer Ingo............ich durfte ihn aber mit einem Morgenappell wecken, da sein Motorrad umgeparkt werden musste. Dann konnte er weiter schlafen. Wir haben alle das Wochenende genossen. Es ist super gelaufen.

Ergebnisse

Touristenklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
Axel M. Lucy M. BMW R1100GS
Stefan K.   Honda Crosstourer
Mike W.   BMW R1200GS 15 
Sarah M.   BMW F650GS 90 
Iris M.   BMW F650GS 115 
Nina M.   BMW G650GS 120 
Markus D.   Yamaha T7 365 
Ingo B.   BMW R1200R 465 

Profiklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
Jürgen W. Anneli W. Suzuki Bandit 1250 0,2 
Hans-Peter F.. Claudia F. Yamaha TDM850 1,5 
Marco S.-H. Meister Röhrich Yamaha Tracer900 55,6 
Jupp B.   Honda NTV650 76.2 
Ricardo G.   Moto Guzzi Breva 153,7 

 

Bericht Pättgesfahrt 2021

 

 

Bilder von der Pättgesfahrt 2022