Westerwaldfahrt 2019

Wann und wo?

Startpunkt am Samstag, den 11. Mai 2019 war das Hotel-Restaurant Grenzbachmühle, Grenzbachstr. 17, 56593 Horhausen

Bericht zur Fahrt

„Oh, du schöner Westerwald,

über deine Höhen pfeift der Wind so kalt;
jedoch der kleinste Sonnenschein,
dringt tief ins Herz hinein."

Jetzt verstehe ich endlich den Sinn dieses Liedtextes. So selten ist der Sonnenschein im Westerwald. Wäre ein kleinster Sonnenschein am Samstag da gewesen, wäre er sicher auch bei uns tief ins Herz eingedrungen.
Das war uns jedoch leider nicht vergönnt. Erst nach Beendigung der Fahrt zogen die Wolken langsam ab.

Aber fangen wir von vorne an...

Düstere Vorahnungen

Die Anfahrt am Freitagnachmittag war zwar etwas frisch, aber trocken mit sogar einigem Sonnenschein. Da wir den Wetterbericht schon seit einer Woche beobachtet hatten (und der auch leider Recht hatte), haben wir uns wohlweislich dafür entschieden mit dem Gespann anstatt mit zwei Solos zu fahren. Am Freitagabend saßen wir dann mit den Veranstaltern der Rallye, Annelie und Jürgen, in der Grenzbachmühle beim Essen zusammen und schlossen Wetten darüber ab, wie viele Starter denn wohl kommen würden. Dass es bei dem Wetter nicht besonders viele werden würden, war schonmal klar. Aber wenigstens wollten wir nicht die einzigen sein.

Schietwetter: Nur die Harten... kriegen Nussecken!

Am Samstagmorgen trudelten dann tatsächlich noch weitere drei Starter ein, so dass wir insgesamt vier waren, davon zwei mit Beifahrer, die Wind und Wetter trotzen wollten. Wir fahren nunmehr seit 30 Jahren Orientierungsfahrten mit. Aber wir können uns an keine Fahrt erinnern, die so wenige Teilnehmer hatte. Aber nun wollte man auch fahren und die Fahrt nicht ausfallen lassen, wenn man denn schonmal da war.
Die Ausarbeitung der zu fahrenden Strecke hatte es mal wieder in sich. Die „Würmchen" (Streckenabschnitte) waren auf der Karte schwer zu finden, obwohl sie schon gemordet - nein (blöde Rechtschreibkorrektur) - genordet waren. Der erste Teil bestand aus einer Chinesenrallye, der zweite Teil aus Fahren nach Karte mit „Würmchen", die auf kürzestem Wege verbunden werden mussten. Danach war die Kuchenkontrolle mit den berühmten Nussecken von Annelie geplant. Da wollte ich unbedingt ankommen, alles danach war mir egal. Anschließend sollte noch eine Bildersuchfahrt und eine weitere Chinesenrallye folgen.

Die Verlegung des Starts um eine halbe Stunde nach hinten brachte leider auch keine Wetterbesserung. Also wagten wir uns gegen 13:00 Uhr aus der warmen Gaststätte ins kalte Nass. Die Helfer, die ihre Kontrolle mit dem Auto machten, wünschten uns noch „viel Vergnügen". Sollte ich da eine gewisse Ironie herausgehört haben? Nach der Chinesenetappe erstmal Pause bei Jürgen an einem Unterstand. Dann weiter die Würmchentour. Einige Streckeneinstiege waren gar nicht so leicht zu finden, aber schließlich trafen wir Annelies Kontrolle mit den ersehnten Nussecken. Sie hatte sogar ein warmes Getränk für uns. Dafür hat es sich schon gelohnt sich durchzukämpfen - denn Annelies Nussecken sind wirklich ne Wucht.

Vorzeiter Abbruch

Bei solch einem Wetter eine Ori zu fahren ist schon eine Herausforderung. Man hat nicht nur mit Kälte und nassen Körperstellen zu kämpfen (die ich nicht näher bezeichnen möchte), sondern auch die Wege sind rutschig, Kartenmaterial und Bordkarte sind durchgeweicht, die Brille beschlagen. Der Kugelschreiber will auf nassem Untergrund nicht schreiben. Die Finger sind so kalt, dass man kaum den Stift halten, und dementsprechend später seine aufgeschriebenen Buchstaben kaum noch lesen kann. Also kein Wunder, dass die meisten Teilnehmer die Sch.. voll hatten. Zu meiner Freude und nicht zuletzt auf mein Drängen hin, verkürzten wir die Fahrt einfach und fuhren ab der Kuchenkontrolle im Konvoi die schnellste Strecke zurück. Obwohl es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen, war keiner böse drum. In der Grenzbachmühle machte man es sich dann gemütlich, trocknete seine Sachen an der Heizung und bestellte sein wohlverdientes Bierchen oder auch Grog zum Abendessen und tauschte sich aus, wie es einem auf der Fahrt ergangen ist.

Mantras und andere Höchstleistungen

Da hörte man von „mantraartigem Vorbeten" der Buchstabenfolge, da Schreiben während der Fahrt nicht funktionierte. Christian, der einzige Teilnehmer in der Touristenklasse, konnte sich tatsächlich alle Buchstaben im Kopf merken (Hut ab vor dieser Leistung eines Neulings). Oder Fränki, der buchstäblich „am Rädchen gedreht" hat, um bei seiner TDM von 1992 den Tacho immer wieder zu nullen. So hatten wir dann doch auch noch viel Spaß und konnten unser Essen in der warmen Stube umso intensiver genießen.
Die Siegerehrung war schnell erledigt. Da wir ein Würmchen in der verkehrten Richtung gefahren waren, blieb für uns hinter Fränki und Claudia der zweite Platz. Hut ab vor den Solisten Bernd und Christian, die keinen Schreiberling dabei hatten und sich trotzdem durchgekämpft haben. Besonders Christian als Neuling hat seinen Pokal sehr verdient, auch wenn er ihn als Einziger in der Touristenklasse auch ohne Anstrengungen sowieso bekommen hätte.
Die restlichen Teilnehmer sind selbst auch Fahrtleiter einer der TourenTrophy-Orientierungsfahrten und wissen wie es ist, wenn man sich die ganze Arbeit mit der Strecke gemacht hat und dann aufgrund des Wetters bangen muss, ob überhaupt jemand kommt.
Fazit: Die Fahrt war von Jürgen sehr gut ausgearbeitet - superschöne kleine Strecken. Und egal wie das Wetter ist - wir lassen Dich nicht hängen, Jürgen. Und für Annelies Nussecken tut man doch sowieso fast alles...
Vielen Dank den beiden Veranstaltern. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.
Bilder von der Fahrt gibt's diesmal leider keine. Die Kamera konnten wir aufgrund des Wetters nicht rausholen. Das Aufmacherbild des Artikels ist von 2018.

Bericht Westerwaldfahrt 2018

Ergebnisse

Touristenklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Christian F.   Honda CBF1000 45

Profiklasse

PlatzFahrerBeifahrerMotorradStrafpunkte
1 Hans-Peter F. Claudia F. Yamaha TDM850 15
1 Peter A. Inge A. BMW R1200 GS Gespann 35
9 Bernd L.   BMW R1200 GS 60